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Spielberichte 19/20

EHC - Krefeld Pinguine 5:1

  • Geschrieben von Martin
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Play-offs - wir kommen!

Am 47.Spieltag ist es also vollbracht: Die Grizzlys sind für die diesjährigen Play-offs qualifiziert. Mit einem souveränen 5:1 Sieg über den Gast aus Krefeld beseitigte Wolfsburg den letzten vagen Zweifel und kann nun auch rechnerisch nicht mehr aus den ersten zehn Plätzen herausfallen. Ob es zur direkten Teilnahme am Viertelfinale reichen wird, müssen die nächsten fünf Begegnungen klären. Angesichts der Enge des Tabellenbildes ist in der Schlussphase der Saison fast bei allen Clubs noch für Spannung gesorgt. Lediglich Spitzenreiter Red Bull (rechnerisch nur mit viel Phantasie zu verdrängen) und die beiden Schlusslichter aus Schwarzwald und Sauerland haben bereits Klarheit über den Fortgang ihrer Saison nach der Hauptrunde.
Klarheit herrschte für die Grizzlys auch im Aufeinandertreffen mit den Pinguinen relativ schnell. Lediglich in den ersten 5-10 Minuten der Begegnung suchten die Hausherren nach der richtigen Einstellung zum Duell mit dem Tabellenzwölften, offensiv wollte zunächst in den wieder mit Fauser und Furchner verstärkten Sturmreihen nicht viel zusammenlaufen. Die anfänglichen Chancen der Gäste machte allerdings allesamt ein glänzend aufgelegter Brückmann im Tor der Wolfsburger zunichte, bis ausgerechnet eine Unterzahl die Wende in der Spielgestaltung der Grizzlys bringen sollte.
Alexander Johansson hatte zuvor die einzige (!) Strafe der gesamten Partie (7.) erhalten - doch statt den Gästen zusätzlichen Schub zu verleihen, schien die Situation endlich das Feuer und die Intensität der Grizzlys zu wecken! Ohne echte Torgelegenheit war der größte Teil der Strafe bereits abgelaufen, da unterlief Bruggisser auf dem Weg ins gegnerische Drittel ein fataler Puckverlust gegen Festerling. Dessen Weiterleitung zum enteilenden Furchner sollte prompt Früchte tragen: Eiskalt vollstreckte Wolfsburgs Kapitän per Shorthander zum 1:0 (9.) und gab der Partie somit eine neue Richtung. Diese Richtung führte eindeutig zum Krefelder Tor...und im Laufe des Spiels auch häufig hinein.
Wolfsburg dominierte nun den Rest des Auftaktdrittel fast nach Belieben und schnürte den Gast immer wieder in dessen Drittel ein. Aubins Treffer (14.) zum 2:0 stellte dabei nur die logische Konsequenz der Überlegenheit der Gastgeber dar, die zudem gewohnt effizient zu Werke gingen.
Lediglich zwei Schüsse ans Gestänge trübten die gute Ausbeute der Grizzlys, die auch im zweiten Spielabschnitt etwas zäh in die Gänge kamen, dann aber wieder eindeutig das Zepter auf dem Eis übernahmen. Johanssons Schlenzer durch Freund und Feind (32.) fand schließlich zum 3:0 den Weg in die Maschen, danach war der Drops im Prinzip gelutscht. Krefeld strahlte keinerlei Glauben an einen Punktgewinn, geschweige denn an den Sieg mehr aus. Wolfsburg hingegen nutzte die Unzulänglichkeiten der Pinguine zu zwei weiteren Treffern, traf durch den stark agierenden Valentin Busch per Konter (47.) zum 4:0, legte später durch Kapitän Furchner (56.) sogar noch das fünfte Tor nach.
Dass die Grizzlys es zwischenzeitlich ein wenig lockerer angingen, ärgerte am Ende wohl nur ihren Torhüter. Liga-Topscorer Costello hatte den Puck dann doch noch einmal über die Linie des Wolfsburger Gehäuses schieben dürfen (50.) und der Katze somit den fünften Shut out der laufenden Spielzeit versaut.
Am Ende stand ein ungefährdeter Sieg gegen nicht mehr mit dem letzten Willen agierende Gäste. Allein die Tatsache, dass es in dieser Partie nur eine einzige Strafe gegeben hatte, sagt wohl einiges über den Verlauf und die Aussagekraft dieses Spiels aus. Die drei Punkte sind für die Grizzlys natürlich trotzdem enorm wertvoll, konnte die Konkurrenz im Fall von Bremerhaven, Düsseldorf und Ingolstadt doch ebenfalls Siege an diesem Spieltag für sich verbuchen.
Der Puck zu Furchners 5:1 wurde indes von Kollege Höhenleitner gesichert und kommt wohl ins persönliche Eishockeymuseum des Wolfsburger Kapitäns: Es war sein 285. DEL-Treffer, was ihn somit auf den 3.Platz der ewigen DEL-Torschützenliste katapultierte.
Herzlichen Glückwunsch, Furchi!

Teamcheck

Tor
Felix weiterhin in Galaform, erinnert konstant an seine bisher beste Karrierephase im Trikot der Grizzlys. Vielleicht bekommt er gegen Schwenningen eine kleine Pause, ansonsten dürfte er bis zum Saisonende gesetzt bleiben.

Verteidigung
Durch die Verletzungen von Bittner und Wurm war erneut der Allzweck-Höhi gefordert. Zusammen mit dem anderen Ur-Gestein in Wolfsburgs Verteidigung machte er einen Top-Job. Dass konnte man aber auch von den anderen zwei Verteidiger-Paaren behaupten, die im Prinzip kaum etwas zuließen, aber Likens und Höhenleitner mit je zwei Assists erwischten einfach einen Sahnetag. Wenn die Gäste gefährlich wurden, dann in den Phasen der Begegnung, in denen das gesamte Team die Zügel ein wenig schleifen ließ.

Sturm
Dank der neu formierten Reihe Fauser-Latta-Furchner agierte Wolfsburg de facto ohne vierte Reihe. Während die von Pfohl und Olimb geführten Formationen auch dieses Mal gut harmonierten, bleibt die Reihe Lessio-Festerling-Johansson irgendwie ohne Chemie. Trotzdem steuerte sie, wie alle Reihen, einen Treffer zum Sieg bei, stellt aber die größte Baustelle im Team der Grizzlys dar. Besonders erfreulich bleibt die Entwicklung von Valentin Busch, dessen hervorragende Laufwege mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht zauberten. Man darf gespannt sein, ob in der heißen Phase der Saison doch noch alle ihren Platz in einer funktionierenden Reihe finden. Neuzugang Mikkel Aagaard sollte nun wohl auch bald sein Debüt feiern...doch wer muss dann als überzähliger Ausländer auf die Tribüne? Genau die Konkurrenz-Situation, die man sich in einem funktionierenden Team wünscht. Sollte es wirklich gelingen vier Reihen ins Laufen zu bringen, könnte das noch eine sehr interessante und unerwartet lange Saison werden! mb