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EHC - Adler Mannheim 4:2

Volle Fahrt voraus

Die Grizzlys treten auch nach ihrem sensationellen Sieg gegen Red Bull auf, als hätte jemand die Bremse im Team gelöst. Hochkonzentriert und mit bemerkenswerter Geschwindigkeit agierten die von Pat Cortina trainierten Grizzlys auch gegen Mannheim und zeigten sich mit dem Team der Stunde auf Augenhöhe.
Dabei erklärten sie gleich zu Beginn das eigene Drittel zur Flugverbotszone für den Angriff der Adler und unterbanden so fast jegliche Gefahr für den Kasten ihres Goalies. Im Gegenzug ergaben sich auch für Wolfsburg nur wenige Chancen, um ihrerseits die Führung in dieser hart, aber diszipliniert geführten Partie zu erzielen. Wenn man nach den ersten zwanzig Minuten überhaupt etwas aus Sicht der Gastgeber kritisieren wollte, dann bestenfalls das Auslassen zweier Überzahlgelegenheiten. Ansonsten lieferten beide Teams eine intensive Schlacht, die unter den Augen von Steve Yzerman und einigen anderen namhaften Beobachtern aus der besten Liga der Welt zunächst keine Tore sehen sollte.
Ein weiteres Powerplay der Hausherren sollte zu Beginn des Mittelabschnitts (23.) ebenfalls keine Abhilfe schaffen, auch wenn Wolfsburgs Top-Center Fabio Pfohl seine Einheit sehenswert zu lenken wusste - der Puck kam letztlich nur wenig gefährlich auf das Gehäuse der Gäste.
Dann sollte die anwesende Eishockey-Prominenz doch noch zusätzliches Anschauungsmaterial sammeln können. Tim Stützle, bis dahin einer der auffälligsten auf dem Eis und im Zentrum des Interesses besagter Scouts, konnte mit dem Treffer zum 0:1 zusätzlich Werbung für sich machen. Wolfsburg hatte, wenn auch nur kurz, unter dem Druck der Adler gewackelt und prompt einen Fehlpass im eigenen Drittel produziert. Die anschließende Kombination hatte der deutsche Nachwuchsstar zur Führung (33.) für die Gäste abschließen können. Die Grizzlys zeigten sich allerdings wenig beeindruckt, intensivierten ihre Offensivbemühung umgehend...und glichen schon zwei Minuten später aus. Ein präzise vorgetragener Konter über Busch und Olimb hatte den Wolfsburger Torjäger in Abschlussposition gebracht und der ließ sich nicht zweimal bitten!
Zwischenzeitlich war Mannheims Endras sogar noch ein Schuss über die Fanghand gesprungen. Der Puck tropfte dabei von der Latte aus vor die Linie des Adler-Gehäuses, so dass Absender Casto an diesem Abend nicht den Weg aufs Scoreboard fand.
Dafür sorgten er und seine Abwehrkollegen im Defensivbereich weiter für offene Münder beim mit rund 3300 Zuschauern zahlreich erschienenen Anhang. Unterstützt von wirklich jedem Angreifer in Reihen der Grizzlys hielten diese den anstürmenden Tabellenzweiten weiter unter Kontrolle und gestalteten die Partie stets auf Augenhöhe.
Sogar die beste Gelegenheit zur Führung konnten die Gastgeber noch vor der zweiten Sirene für sich verbuchen, doch dieses Mal verzog Aubin und schoss knapp am langen Pfosten vorbei.
Der Schlussabschnitt entschädigte dann, wie schon das Spiel am vergangenen Sonntag, die treuesten unter den Fans für so manche Enttäuschung im Verlaufe dieser Saison.
Nachdem eine frühe Unterzahl mit großer Leidenschaft verteidigt worden war, setzte Wolfsburgs neue Paradereihe das nächste Ausrufezeichen: Pfohl, Rech und Fauser kombinierten sich unwiderstehlich durch die Mannheimer Reihen und krönten die geniale Kombination mit Pfohls 2:1 nach 47 gespielten Minuten. Die Halle, ohnehin gut gelaunt und lautstark unterstützend, kannte nun kein Halten mehr. Von ihren Fans nach Vorne gepeitscht setzten die Grizzlys nun nach, wollten den wichtigen dritten Treffer unbedingt erzwingen. Und nach einigen wütenden Mannheimer Angriffen sollten sie die Gelegenheit dazu bekommen! Als Janik Möser den Gang zur Strafbank antreten musste (51.), schien der Moment gekommen, um dem Spiel endgültig die gewünschte Entwicklung zu verpassen. In einem rasant vorgetragenen Powerplay erarbeiteten sich die Grizzlys gleich eine ganze Reihe aussichtsreicher Möglichkeiten, scheiterten aber stets am gut aufgelegten Endras im Tor der Adler. Dann der Schock: Kaum wieder komplett, schlich sich Gästestürmer Rendulic in den Rücken des gesamten Wolfsburger Teams, angelte sich mit der Hand einen Pass von Kollege Järvinen aus der Luft und überwand Brückmann im Alleingang zum 2:2 Ausgleich. Eine kalte Dusche par excellence - doch wer glaubte, die Grizzlys würden sich aus dem Konzept bringen lassen, der irrte gewaltig. Wolfsburg agierte weiterhin konzentriert und konnte sich auf die Durchschlagskraft seiner Topreihe verlassen. Topscorer Rech war es schließlich, der die Halle erneut explodieren ließ, als er aus dem hohen Slot verdeckt zur erneuten Führung (56.) abschließen konnte.
Es folgte, natürlich, eine minutenlange Schlussoffensive der Gäste, die nun mit aller Macht auf den Ausgleich drängten und in den letzten beiden Minuten mit sechs Feldspielern agierten. Wolfsburg warf seinerseits alles in die Waagschale, musste die letzte Minute sogar mit nur vier Spielern den sechs Mannheimer Akteuren Paroli bieten, da Johansson sich zwischenzeitlich auf die Strafbank (59.) verabschiedet hatte. Mannheim spielte geduldig, doch die Grizzlys blockierten fast immer die Schusswege und ließen auch mit zwei Spielern weniger kaum etwas zu. Als Wolfsburgs Pfohl dann doch einmal den Puck ergaunern konnte, versenkte er das Spielgerät zielsicher im leeren Gehäuse und machte drei Sekunden vor dem Ende den Sieg der Grizzlys klar.
Wolfsburgs Fans waren angesichts des Gezeigten sicht- und hörbar aus dem Häuschen. Mit schnellem Backchecking, defensiver Stabilität und einer überragenden ersten Reihe hatten sich die Hausherren die Sympathien ihrer Fans wohl endgültig zurückerobert.
Die Grizzlys bleiben weiter im Play-off Modus!


Teamcheck

Tor
Felix erneut in Galaform. Zeigte seinem neuen Arbeitgeber und dem künftigem Konkurrenten um den Platz im Gehäuse der Adler gleich einmal, was da auf sie zukommt.
Hatte aber, wie sein Gegenüber, eine extrem zuverlässige Abwehr vor sich, die nur wenige gefährliche Schüsse zuließ.

Verteidigung
Alle drei Verteidigerpaare in bestechender Form. Handlungsschnell und energisch in den Zweikämpfen legten sie den Grundstein für den Sieg gegen die Adler. Likens und Höhenleitner vielleicht einen Tick schwächer als die anderen beiden Paare, wobei vor allem Likens Schwierigkeiten mit dem teils heftigen Forecheck der Gäste hatte.

Sturm
Die Reihe Rech - Pfohl - Fauser rockt ohne Ende! Mit drei Tore äußerst effizient und auch als Powerplay-Formation eine absolute Augenweide. Dank entsprechender Verträge könnte diese Reihe die nächsten 2 Jahre zusammenbleiben. Das zaubert doch ein Grinsen in das geplagte Grizzlygesicht. Vor allem Fabio Pfohl glänzte dabei als genialer Spielmacher und verlieh dem Spiel der Grizzlys enorm viel Struktur. Mit seinem Doppelpack entschied er darüber hinaus die Partie.
Während die vierte Reihe die Mannheimer Bemühungen hervorragend unterband, konnte Olimb mit seinen Nebenleuten Busch und Aubin zumindest punktuell zur Torgefahr der Grizzlys beitragen. Valentin Busch weiterhin mit einer bemerkenswerten Entwicklung in dieser Saison!
Sorgen bereitet mir eigentlich nur die Festerling-Reihe. Mit Johansson und Machacek sollte eigentlich genügend Physis in dieser Formation sein, um deutlich öfter direkt vor den gegnerischen Torhüter zu gelangen. Ohne Lessio praktisch keine Torgefahr von dieser Reihe bzw. dieser Zusammenstellung, wobei der verletzte Top-Neuzugang zuletzt neben Olimb sein kurzes Comeback gegeben hatte.
Insgesamt aber vor allem defensiv eine Topvorstellung unserer Stürmer, die mit viel Laufbereitschaft und vielen Puckeroberungen den Adlern immer wieder zusetzen konnten. mb
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