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EHC - Düsseldorfer EG 2:3 n.P.

Passt schon

Nach zuletzt drei Siegen in Folge und reichlich Wiedergutmachung für den bisherigen Saisonverlauf, sollte gegen die DEG nun der gute Lauf am Leben gehalten werden.
Doch die Gäste vom anderen Tabellenende sollten sich als äußerst spielfreudiger und zunächst auch dominanter Gegner herausstellen.
So gelang es den Grizzlys in den ersten zwanzig Minuten nur äußerst selten, sich dem Angriffsdruck der DEG zu entziehen und Goalie Kuhn hatte alle Hände (und Beine) zu tun, um den ersten Torerfolg der Gäste zu verhindern. Immer wieder setzte sich Düsseldorf im Wolfsburger Drittel fest und feuerte, meist aus der Distanz, aus allen Rohren.
Den einzigen Treffer des ersten Drittels erzielten trotzdem die Grizzlys. Nachdem Höhenleitner einen Düsseldorfer Klärungsversuch aufmerksam an der Bande abgefangen hatte, ging es ganz schnell: Querpass auf Möchel, Rückgabe in den hohen Slot auf Wurm, Hammer und...Tor zum 1:0 bereits in der 4. Spielminute.
Doch ansonsten war von Wolfsburgs Offensive wenig zu sehen, selbst in Überzahl (ab 9.) blieb der Gastgeber weitgehend harmlos.
Egal wer es auf DEG-Seite versuchte, ob der starke Gogulla (mehrfach), Strodel, Pimm und wie sie alle heißen - alle scheiterten am Wolfsburger Schlussmann, einem beherzten Block oder der eigenen Ungenauigkeit. Mit dem mehr als schmeichelhaften 1:0 ging es somit für die Hausherren auch in die erste Pause, wo man sich in Sachen Angriffsbemühungen offenbar Besserung gelobte.
Mit umgekehrten Vorzeichen starteten die beiden Kontrahenten ins Mitteldrittel. Plötzlich waren die Grizzlys die tonangebende Mannschaft und setzten die Gäste in deren Abwehrzone fest - beide Teams nahmen nun die klassische Rollenverteilung von Heim- und Auswärtsmannschaft ein. Das Ergebnis war dabei nahezu das gleiche wie im ersten Drittel: Die spielbestimmende und aktivere Mannschaft biss sich die Zähne an der Defensive des Gegners aus, die auf Konter lauernde verbuchte das Zählbare. So reichte den Gästen ein einziger schlecht getimter Wechsel der Grizzlys, um durch Kretschmann (28.) zum insgesamt verdienten, aber zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen überraschenden Ausgleich zu kommen. Nachdem seine Sturmkollegen die 3-2 Überzahl schön ausgespielt hatten, vollstreckte der Stürmer der DEG eiskalt ins kurze Eck.
Und Wolfsburg zeigte Wirkung! Für einige Minuten übernahm wieder der Gast das Zepter auf dem Eis, setzte die Hausherren verstärkt unter Druck und zwang diese fast komplett in die Defensive. Nach einem äußerst harten Call gegen Wolfsburgs Bergman wegen Haltens (leichtes Schieben traf es wohl eher) folgte nicht nur das nächste Powerplay der Gäste, sondern leider auch das nächste Tor. Wolfsburg geriet gegen Ende der Strafzeit unter Dauerbeschuss und konnte den Puck einfach nicht mehr aus dem Drittel bringen. Der x-te Schuss durch Nowak zappelte dann schließlich im Netz (33.) und Wolfsburgs Goalie war zum zweiten Mal geschlagen.
Fast postwendend rissen sich die Grizzlys aber wieder zusammen und starteten nun ihrerseits einen Sturmlauf auf das von Wentzel hervorragend gehütete DEG-Gehäuse.
Ebenfalls im Powerplay gelang dann auch den Gastgebern ihr zweiter Treffer: Ein Lattenknaller durch Cassels ging umgehend wieder in die Rotation der Grizzlys. Pohl nahm den Puck vor dem Tor auf und legte zurück auf Bergman, der den Finger bereits am Abzug hatte. Das folgende Geschoss fälschte Wolfsburgs Kapitän unters Dach des Düsseldorfer Tors (38.) zum leistungsgerechten 2:2 Ausgleich ab.
Eine intensive und hart umkämpfte Partie nahm auf im dritten Spielabschnitt ihren Lauf, wobei beide Teams immer wieder die Chance hatten, das Spiel zu entscheiden.
Vor allem die Grizzlys hatten u.a. durch Welsh (Außenpfosten und Außennetz) und Pohl (zwei Alleingänge mit eher schwachem Abschluss) gleich eine Vielzahl an Chancen, die dringend benötigten drei Punkte einzufahren. Aber auch die Gäste blieben durch Konter stets gefährlich und konnten mit einer späten Strafe (59.) gegen Bergman die Schlussphase und den Auftakt der Verlängerung mit Vorteilen für sich gestalten.
Nur Tore wollten keine mehr fallen, so dass der Shoot-out die Entscheidung bringen musste.
Dort behielt im Duell der Goalies Düsseldorfs Wentzel die Oberhand und musste sich bei sechs Wolfsburger Schützen lediglich William Wrenn (sic) geschlagen geben.
Für die DEG waren indes Descheneau und Henrion erfolgreich, wobei beide bereits einen Penalty an den Pfosten gesetzt hatten. Die Ausführungen der Grizzlys hingegen ließen zum Teil arg zu wünschen übrig.
So ging der Extrapunkt etwas unglücklich an die Gäste vom Rhein.

Teamcheck

Tor
Den ausgerufenen "Spielplan" der Goalies, der praktisch unabhängig von den jeweiligen Leistungen die Einsätze der beiden Torhüter der Grizzlys regelt, haben wir wohl liga-exklusiv. Wo sonst darf ein Goalie nach starken Leistungen und einem 0:7 shutout die nächsten beiden Spiele nur zuschauen?
In diesem Fall war das, bis zum Penaltyschießen, ein Glücksfall für Wolfsburg, da Kuhn besonders im ersten Drittel bärenstark alles zunichte machte, was teils verdeckt auf sein Gehäuse einprasselte. Im Shoot-out hätte man sich dann allerdings eher einen Kurzeinsatz von David Leggio gewünscht...

Verteidigung
Raabe mit überschaubarer Eiszeit, hatte beim 1:1 keine Schuld, als die Wolfsburger Stürmer im Rücken des Geschehens allesamt zum Wechsel fuhren.
Wrenn steigert sich im Laufe der Saison immer weiter, ist mittlerweile, ebenso wie Krupp ein solider Stay-at-home Verteidiger, obwohl Björn ja mittlerweile die eine oder andere offensive Anwandlung auslebt.
Bergman weiterhin defensiv grenzwertig, offensiv eine Waffe.
Likens stabil. Dehner endlich wieder mit mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein unterwegs, narrt die Gegner mit Körpertäuschungen reihenweise und glänzt mit viel Spielübersicht.
Bei Wurm kann auch sein Tor letztlich nicht über die eine oder andere Unsicherheit im eigenen Drittel hinwegtäuschen.

Sturm
Die Reihe um Welsh macht weiter einen überdurchschnittlich guten Job, hatte im Abschluss diesmal allerdings reichlich Pech.
Furchi bleibt weiter im Aufwind und dürfte sich bereits ins Team für die kommende Saison gespielt haben. Das ist natürlich ein Glücksfall für die Grizzlys, ebenso wie die starken Comebacks von Höhi und Fauser, die dem Team endlich die Tiefe und Stabilität verliehen haben, die schon länger fehlte. Karachun mit streckenweise brachialer Energieleistung, stach mit seinem unbändigen Einsatz im teilweise doch etwas steif wirkenden ersten Drittel deutlich heraus. Empfiehlt sich weiter für eine Verlängerung.
Pohl leider als Chancentod unterwegs, zeigt aber vermehrt besseres Verständnis für seine Mitspieler. Möchel und Latta solide, Cassels durchwachsen.
Aubin - ohne Worte. mb