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Stark verbesserte Grizzlys unterliegen München mit 2:3

Mit reichlich ausgedünntem Lineup machten sich die Grizzlys daran, die Serie nach dem verkorksten Auftakt auszugleichen. Vor über 3200 Zuschauern starteten die Gastgeber ohne Mingoia, Archibald, Furchner, Wurm, Reichel und Bittner zunächst etwas wackelig in die Partie. Nachdem beide Teams sich per Pfostentreffer beim gegnerischen Goalie angemeldet hatten, landeten die Hausherren mit zwei schnellen Toren die ersten Wirkungstreffer der Begegnung. Wolfsburg hatte die Gäste vor deren Gehäuse zunächst ordentlich in die Waschmaschine gesteckt, bevor DeSousa mit einem herrlichen Anspiel seinen frei stehenden Sturmkollegen Toto Rech in Szene setzten konnte (7.). Eine Minute später war es Phil Hungerecker, der seinen ersten Play-off-Einsatz mit dem 2:0 veredeln durfte. Bemerkenswert abgezockt ließ der Wolfsburger Stürmer seinen Gegenspieler im Stand aussteigen und zirkelte den Puck ins lange Eck. Die Grizzlys atmeten sichtbar auf und hatten endlich etwas Spielfluss in ihren Aktionen, brachten sich dann - Überraschung - mit einem eigenen Powerplay (ab 12.) irgendwie aus dem Takt. Es folgte eine Strafe gegen Wolfsburgs Gaudet (15.) und fünfzehn Sekunden später der Anschlusstreffer durch Ortega. In der Entstehung wirkte der Münchner Treffer dabei eher wie ein Ausschnitt aus einem alten Slapstick-Schinken, als wie aus einem professionellen Eishockeyspiel. Wolfsburgs Krupp war zum Block aus der Position geeilt und rannte dabei den bereits blockenden DeSousa über den Haufen. Die Münchner Stürmer nahmen den freiwerdenden Platz vor dem Gehäuse dankend in Anspruch und lochten ohne viele Umstände zum 2:1 ein. Wolfsburg geriet, wie aus Spiel 1 bekannt, ins Schwimmen, rettete das knappe Ergebnis jedoch in die Pause.
Im Mitteldrittel betrieben die Grizzlys dann leider wieder Eigensabotage vom Feinsten. Wieder verpuffte ein Überzahlspiel (ab 23.) ohne Schaden für die Gäste, dann stolperte Mallet im Vorwärtsgang über die eigenen Füße und leitete somit den schnellen Konter der Münchner ein. Smith schloss den zackig vorgetragenen Angriff zum Ausgleich (25.) für die Bullen ab - Wolfsburg war sichtbar geknickt. Die Grizzlys brauchten nun einige Minuten, um sich wieder in die Partie zu arbeiten und hatten dann tatsächlich wieder gefährliche Szenen vor dem Gehäuse von Haukeland. Das Tor fiel indes wieder auf der anderen Seite. Maximilian Kastner hatte einen Schuss von Abeltshauser (36.) unhaltbar abgefälscht und somit die Partie endgültig gedreht. Wieder ließen die Gastgeber in der Folgezeit ein Überzahlspiel ungenutzt und gingen mit einem Tor Rückstand in die Kabinen.
Wolfsburg schmiss nun alles nach vorne, schrammte dank leichtsinniger Abspiele im eigenen Drittel aber immer wieder am entscheidenden vierten Gegentreffer vorbei. Während zwei eigene Unterzahlspiele vorbildlich von der Uhr genommen werden konnten, gelang den Hausherren auch ohne Torhüter einfach kein weiterer Treffer. Rechs verdeckter Schuss hatte noch vor der dramatischen Schlussphase nur das Lattenkreuz getroffen, ansonsten verwaltete München den knappen Vorsprung meist recht souverän. Da die zweite Strafe (selten dämlich: Mallet) gegen Wolfsburg spät im Spiel verhängt worden war (55.), fiel der finale Sturmlauf der Grizzlys entsprechend kurz aus. Fast hätte es im letzten Moment noch in Sachen Verlängerung geklappt, doch die druckvoll agierenden Wolfsburger konnten die Rebounds vor Haukeland einfach nicht sauber verwerten.
Somit endete das Spiel mit dem 0:2 Rückstand in der Serie und der Frage: "War's das schon?"
Insgesamt konnten die Grizzlys ihren personellen Aderlass nicht gut kompensieren. Einzig Phil Hungerecker lieferte überzeugende Argumente für einen weiteren Einsatz, während vor allem Mallet mehr Schaden als Nutzen für die Wolfsburger anrichtete.
Der eher maue Auftritt der (gesprengten) Topreihe um Gaudet machte es dann noch schwieriger, die hochkarätig besetzten Gäste in Schach zu halten. Sollten am Sonntag nicht zumindest Mingoia und Bittner in den Kader zurückkehren, dürfte es für die Grizzlys sehr schwer werden, ihren Fans noch ein weiteres Heimspiel zu schenken...

1:0 Rech (DeSousa - Möser) 7.Min
2:0 Hungerecker (DeSousa - Murray) 8.Min
2:1 Ortega (Blum - Ehliz) 16.Min PP 5-4
2:2 Smith (Ehliz - Ortega) 25.Min
2:3 Kastner (Abeltshauser - Gogulla) 36.Min