header
Log in
A+ A A-

Schwache Grizzlys ohne Chance in München

Mit einer schallenden 5:1 Klatsche aus dem ersten Spiel der Halbfinalserie kehren die Grizzlys zurück an die Aller. Nach einer von gegenseitigem Abtasten geprägten ersten Spielphase kamen die Hausherren durch Patrick Hager (13.) zum ersten Treffer der Partie. Dieses etwas glückliche erste Tor brachte den Bullen offenbar die nötige Extraportion Selbstbewusstsein und in der Folgezeit spielte nur noch München. Dass es am Ende der ersten zwanzig Minuten nur 2:0 stand, war aus Sicht der Gäste mehr als schmeichelhaft. Streets Direktabnahme (17.) in den Winkel war nur eine von vielen hundertprozentigen Chancen, die sich nun im Münchner Dauerdruck auftaten. Zweimal der Pfosten und einige schnelle Reaktionen des Wolfsburger Schlussmanns verhinderten ein frühes Debakel in diesem ersten Spiel der Best-of-Five Serie.
Doch auch die erste Pause sollte die komplett abwesend und kraftlos agierenden Wolfsburger nicht zurück in die Spur bringen. Den Grizzlys fehlte streckenweise jeglicher Zugriff auf das Spielgeschehen. Hatten die Gäste dann doch einmal die Gelegenheit offensiv in Erscheinung zu treten, kam kaum ein Pass sauber beim Nebenmann an bzw. München war meist einen Schritt schneller in den entscheidenden Zweikämpfen.
Erneut Hager im Powerplay (23.) und Abeltshauser mit einem abgefälschten Distanzschuss (36.) machten die Sache noch vor dem zweiten Pausentee klar. Von Wolfsburg waren bestenfalls Einzelaktionen durch Gaudet zu verzeichnen, Archibald meldete sich zudem in der 38.Min nach einer großen Strafe komplett vom Geschehen auf dem Eis ab.
München nutzte die Überzahl zum Beginn des Schlussabschnitts noch zum 5:0 durch Smith, dann hatte auch Grizzly-Goalie Strahlmeier Feierabend. Während Strahli hinter der Bande seine Maske büßen ließ, blieb Kollege Pickard im weiteren Verlauf der Partie ohne weiteren Gegentreffer. Vielleicht das einzig positive an diesem verkorksten Abend. Weniger positiv hatte sich der Ausfall Mingoia bemerkbar gemacht. Der in den Playoffs bisher überzeugende Luis Schinko rückte neben Gaudet und Machacek, doch die Reihe blieb, wie der Rest des Teams, ungewohnt blass.
Red Bull schaltete nun einige Gänge runter, ließ die vierte Reihe ein wenig Eiszeit sammeln und leistete sich noch die eine oder andere überflüssige Strafe. Bei doppelter Überzahl war es dann Murray (53.), der mit einem Schuss in den Winkel noch den Ehrentreffer besorgen konnte. Zuvor hatte Melchiori zweimal den One-Timer nicht versenken können. Deprimierend: Mehr als das eine Tor war beim besten Willen nicht drin und wäre auch nicht gerechtfertigt gewesen. Zu schwach und harmlos hatten die Gäste aus der Volkswagenstadt das Spiel über sich ergehen lassen. Einzig Archibald und Machacek hatten so etwas wie Körperspiel erahnen lassen, der Rest tat sich mit der nötigen Intensität reichlich schwer.
Ob Wolfsburg einfach zu müde war, oder ob das unglückliche erste Tor (Hager schoss Strahli von der Seite an den Schläger) so einen großen psychischen Effekt hatte - am Ende ist es egal. Wenn Wolfsburg gegen diesen starken Gegner irgendetwas zu melden haben möchte, müssen am Freitag wieder die Grizzlys auf dem Eis stehen. Das Team aus diesem Spiel wirkte weitgehend unbekannt... 
 

1:0 Hager (Varejcka - Redmond) 13.Min
2:0 Street (Parkes - Tiffels) 17.Min
3:0 Hager (Smith - Ortega) 23.Min PP 5-4
4:0 Abeltshauser (Hager) 36.Min
5:0 Smtih (Ortega - Blum) 42.Min PP 5-4
5:1 Murray (Enlund - Gaudet) 53.Min PP 5-3