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Gaudet und Machacek schießen Grizzlys ins Halbfinale!

Was für ein Kraftakt! Im entscheidenden fünften Spiel gelingt den Grizzlys doch noch der dritte Sieg gegen Bremerhaven. 
Dank eines sehr konzentrierten und vor allem defensiv überragenden Auftritts sichert sich Wolfsburg das letzte Halbfinalticket und trifft dort nun auf Red Bull München. Wie schon in allen vier Spielen zuvor war es der Treffer zum 1:0, der die Richtung für den weiteren Spielverlauf vorgeben sollte. Zur Freude der Grizzlyfans unter den knapp 3600 Zuschauern war mit Tyler Gaudet es endlich wieder ein Wolfsburger, der als Erster den gegnerischen Goalie überwinden konnte. Trickreich ließ der Center der Grizzlys seinen Gegenspieler aussteigen (6.) und schob den Puck durch dessen Beine flach an Franzreb vorbei. Jubel und Erleichterung kannten bei den Wolfsburgern erst einmal keine Grenzen, denn: Jeder wusste um die Bedeutung dieses Tors. Dass es am Ende das einzige reguläre (mit Torhüter) bleiben sollte, grenzte angesichts des Spielverlaufs dann eher an ein Wunder.
Wolfsburg nahm den Schwung zunächst gut mit, kam wenig später auch durch das einzige Unterzahlspiel des ersten Drittels kaum aus dem Takt. Aggressiv, aber immer mit dem nötigen Augenmerk auf die Defensive setzten die Grizzlys den Gästen ordentlich zu. Zweimal Festerling und einmal DeSousa fanden jedoch wie so oft in Franzreb ihren Meister, die Pinguine setzten ihrerseits über die Topreihe erste Akzente vor dem Tor der Gastgeber. 
Wie schon in den letzten beiden Spielen zu beobachten, setzte der REV ab dem Mitteldrittel wieder stärker auf den eigenen Forecheck anstatt auf Konter zu lauern. Entsprechend mehrten sich nun die Chancen für die Gäste, die durch Verlic und Urbas immer wieder zu vorzeigbaren Gelegenheiten kamen. Auf der anderen Seite führte Wolfsburgs DeSousa sein Privatduell mit Pinguin-Goalie Franzreb fort - mit dem bereits gewohnten Ende. Gleich zweimal wurde es dann richtig kritisch für die Grizzlys. Nach einem krachenden Bandencheck an Phillip Bruggisser (32.) wanderte zunächst Wolfsburgs Murray auf die Strafbank, was den Gästen ihre nächste Überzahl bescherte. Doch die Grizzlys legten einen bärenstarken Auftritt gegen die um Jeglic dezimierte Powerplayformation der Pinguine hin und ließen dabei praktisch keinen nennenswerten Schuss auf das Gehäuse von Strahli zu. In der 37.Minute dann ein weiterer Schock für die Hausherren: Nach einem Hechtsprung im eigenen Abwehrdrittel wurde Wolfsburgs DeSousa von einem kreuzenden Gegenspieler unglücklich am Kopf getroffen und musste benommen in die Kabine. Die Grizzlys, die kurz zuvor durch Festerling fast den zweiten Treffer verbucht hatten, sammelten sich und gingen sogar mit einer Überzahl in die zweite Pause.
Zum Auftakt des Schlussabschnitts dann das große Durchatmen bei den Wolfsburger Fans. DeSousa kehrte aufs Eis zurück und konnte auch gleich bei der folgenden Abwehrschlacht eingreifen. Denn kaum waren die restlichen Sekunden des eigenen Powerplays abgelaufen (41.), durften sich die Gäste zum dritten Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis versuchen. Kapitän Machacek saß derweil wegen Beinstellens in der Kühlbox, während seine Teamkollegen auch diese Situation äußerst bissig verteidigten. 
Bremerhaven blieb aber auch in der Folgezeit am Drücker und drängte mit aller Macht auf den Ausgleich. Wolfsburg verlegte sich aufs Verteidigen und hoffte auf Konter, kam durch Festerling, Murray und DeSousa zu weiteren ungenutzten Chancen. Am Ende sollte sich der Einsatz der Grizzlys auszahlen: Als Bremerhaven den Goalie für einen sechsten Feldspieler zog (59.), dauerte es exakt 10 Sekunden und Spencer Machacek verwandelte die Eisarena in ein Tollhaus! Nach Puckeroberung durch Bittner lupfte der Warrior, ganz sanft, das Spielgerät aus dem eigenen Drittel. Der Puck fand von dort aus sein Ziel und erlöste die Grizzlys schon knappe zwei Minuten vor dem Ende von der schlimmsten Nervosität. Fast wäre den Gästen noch der Anschluss gelungen, doch durch das Gewühl vor Strahlmeier gab es heute keinen Weg vorbei. Unter riesigem Jubel feierten Spieler und Fans den hart erkämpften Sieg und tankten noch einmal kräftig Endorphine für den weiteren Weg in den Playoffs!
Aber auch die zahlreich mitgereisten Fans von der Küste feierten ihr tapferes Team gebührend. Lange nach dem Schlusspfiff riefen die Pinguine ihr Team noch einmal zurück aufs Eis und zollten ihren Helden lautstark Tribut.
Für Wolfsburg geht es indes schon am Mittwoch nach München, wo der Puck zum ersten Halbfinalspiel eingeworfen wird. Ob die gastgebenden Bullen dann einen Vorteil aus ihrer längeren Regeneration (nur 4 Spiele gegen die DEG) ziehen können, bleibt abzuwarten. Auch in diesem Duell werden wohl Kleinigkeiten am Ende den Ausschlag geben. Die Zeiten, in denen München der alles überragende Favorit war, sind auf jeden Fall schon eine Weile her.  


1:0 Gaudet (Festerling - Schinko) 6.Min
2:0 Machacek (Bittner) 59.Min ENG