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EHC - Schwenninger Wild Wings 2:3 n.V.

Weck mich, wenn es vorbei ist

Die Vorzeichen für diese Partie standen denkbar schlecht: Drittes Heimspiel innerhalb von sechs Tagen, ein extrem elektrisierendes Spiel direkt zuvor, Wochentags-Spiel und als Krönung das Schwenninger Anti-Eishockey zu Gast.
Und was soll man sagen - das Spiel hielt, was es nicht versprochen hatte.
Stolze 40 Minuten lang lieferten die Gastgeber eine völlig entspannte Vorstellung mit Wohlfühlgarantie ab...allerdings für den Gegner.
Gleich zum Auftakt (2.) ließen sie sich mit zwei schnellen Pässen überrennen, wobei Dehner völlig falsch positioniert die rechte Angriffsseite für Andreé Hult öffnete. Der umkurvte den wie festgefroren dastehenden Brückmann spielerisch zum frühen 0:1.
Damit nicht genug. Die Grizzlys hatten durch ein (leider fruchtloses) Powerplay gerade etwas Schwung aufgenommen, da setzte es auch schon den nächsten Nackenschlag.
Diesmal wollte der Wolfsburger Goalie nicht nur zusehen, sondern aktiv in Giliatis Querpass vor sein Tor eingreifen (8.). Leider stimmte der Aufstellwinkel der Torhüterkelle nicht, so dass der Puck als Bogenlampe im eigenen Tor landete.
Was folgte war die Höchststrafe für das, zum Glück nur spärlich erschienene, Publikum. Die von unglaublich vielen Abspielfehlern und viel zu wenig Aggressivität gekennzeichnete "Aufholjagd" der Grizzlys drohte die Anwesenden bis zur zweiten Drittelpause in den Tiefschlaf zu spielen. Schwenningen hingegen tat bis weit ins letzte Drittel exakt 0,0 für den weiteren Unterhaltungswert dieser Begegnung - als Auswärtsmannschaft und mit der bekannten Spielanlage der Schwarzwälder natürlich völlig nachvollziehbar.
Außer zwei weiteren Powerplays zum Vergessen konnte man das zweite Drittel getrost als non-event ignorieren. Man hätte so viel Schönes an diesem Abend machen können...
Zum Glück belohnten die Grizzlys alle Wachgebliebenen mit einem dritten Drittel, das zumindest ansatzweise an die letzten Auftritte des EHC erinnerte.
Mit klar veränderter Körpersprache und deutlich robusterem Auftreten im Zweikampf kamen die Hausherren aus der Kabine und sollten auch umgehend belohnt werden.
Bartalis Hinterteil hatte die Strafbank gerade berührt, da durfte der Ungar in Diensten der Schwäne auch schon zurück zu seinen Teamkollegen. Gerrit Fauser hatte die ganze "Powerplaysache" einfach mal per Distanzschuss abkürzt (43.) und nach sieben Sekunden eingenetzt. Jetzt ging tatsächlich der vielzitierte Ruck durch die Wolfsburger Mannschaft, die nun endlich mit voller Intensität zum Sturm auf das von Dustin Strahlmeier gehütete Gehäuse blies. Eben jener Strahlmeier war es dann auch, der die beherzt kämpfenden Gäste ein ums andere Mal mit seinen Paraden im Spiel hielt. Sowohl Foucaults Alleingang, als auch je zwei völlig freistehende Abschlüsse durch Furchner und Wurm parierte der Goalie der Gäste vorbildlich bzw. durfte auch auf Ungenauigkeiten der Schützen bauen. Völlig am Puck vorbeigedroschen hatte da bereits Christoph Höhenleitner, der kurz nach Fausers Anschlusstreffer einen Querpass nicht im leeren Tor unterbringen konnte. Es war zum Durchdrehen. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit (58.) ließen ausgerechnet zwei Verteidiger die Halle dann doch noch einmal richtig feiern. Dehners Schuss hatte Robbie Bina unhaltbar zum 2:2 Ausgleich abgefälscht, das Spiel schien nun endgültig eine Wendung zu erfahren!
Doch die Euphorie wich schnell wieder neuem Kopfschütteln. Durch zwei Strafen im direkten Anschluss (58.) und in der folgenden Verlängerung nahmen sich die Grizzlys auf der Zielgerade die Chance auf weitere Punkte.
Auch wenn die Strafe gegen Alex Weiß (63.) vermutlich nicht einmal im Dameneishockey gepfiffen wird, ging die Punkteteilung zugunsten der Gäste absolut in Ordnung. Will Acton durfte den Siegtreffer (64.) nach gelungener Überzahlkombi eintüten, nachdem Brückmann seinen ersten Versuch kurz zuvor noch spektakulär abgewehrt hatte.
Etwas genervt, aber nun doch nicht mehr komplett enttäuscht, ging es für die Grizzlys zurück in ihre Höhlen.


Teamcheck

Tor
Das Warten auf einen Aufwärtstrend geht weiter. Beim ersten Gegentreffer einfach zu passiv, beim zweiten...tja, zu aktiv? Die einfachsten Automatismen scheinen dem immer nervöser wirkenden Brückmann nicht mehr von der Hand zu gehen. Zuviel Kopf, zu wenig Instinkt. Da dürfte der Mentalcoach noch einiges zu tun haben...
Den Nerv, gegen den Spitzenreiter und die Nr.5 mit dem aktuell formschwächeren Goalie anzutreten, muss man auch erst einmal haben. Mit 15 Einsätzen kam Wolfsburgs nominelle Nr.1 bisher auch insgesamt nicht zu kurz - da ziehe ich meinen Hut vor der Linie unseres Trainers!

Verteidigung
Dehner entwickelt sich immer mehr zum Offensivmonster, spielt vom Scoring her seine beste DEL-Saison...lässt dafür aber defensiv ungewohnt oft was anbrennen!
Ansonsten bin ich nach wie vor von der Entwicklung bei Roach sehr angetan. Unglaublich solide und findet immer die Lücke, um den Puck zum Tor zu bringen. Klare Verpflichtung für die Zukunft!
Likens, der mittlerweile seine 10te DEL-Saison spielt, hält seine Chaos-Quote erstaunlich niedrig, bringt aber im Spielaufbau leider nicht mehr annähernd den Mehrwert, wie noch vor einiger Zeit.

Sturm
Hm. Furchis Ladehemmungen halten an. Versucht wie in seinen Wolfsburger Anfangszeiten Löcher in den Brustschutz der Goalies zu schießen. Was soll's, die Phase geht eigentlich immer vorbei.
Wirklich gefallen haben mir neben Haskins eigentlich nur die Jungs aus der vierten Reihe. Alex Weiß ging mit entsprechender Einstellung voran, Ohmann und Riefers (!) mit guter Aggressivität taten es ihm gleich. Wenn die anderen Kollegen aus dem Bereich Attacke ebenso zu Werke gegangen wären - die Punkte wären allesamt in Wolfsburg geblieben.
Ohmann erinnerte mich zwischenzeitlich stark an Polo bzw, sogar ein bisschen an Christoph (The Artist Formerly Known As Paepke) Wietfeld - *Seufz*. mb

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