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EHC - Fishtown Pinguins 4:5

Pannen, Pech und Pinguine

Hatten die Gäste aus "Fishtown" zuletzt, trotz beherzter Leistung, nicht einmal annähernd die Hand an den drei Auswärtspunkten gehabt, so sollte sich das an diesem Nachmittag grundlegend ändern.
Schon im Anfangsdrittel überzeugten die Pinguins mit einer klareren und ausgesprochen robusten Spielgestaltung. Dabei verbuchten sie vielleicht nicht die Mehrzahl der Chancen für sich, aber dafür die wesentlich größeren. Spätestens, als Urbas nur knapp am Bauerntrick scheiterte (11.), hätte auch der letzte Grizzly aus dem Winterschlaf erwachen müssen. Tat aber, wie das Spiel zeigen sollte, der eine oder andere leider nicht.
Trotzdem war es den Hausherren gegönnt, mit Fausers Powerplaytreffer (13.) die heiße Phase der Partie zu eröffnen. Bezeichnenderweise hielt die Wolfsburger Führung stolze 14 Sekunden, ehe Nehring bereits den 1:1 Ausgleich markieren konnte. Vorausgegangen war ein geblocktes Abspiel von Haskins und ein ausgesprochen tapsiges Zweikampfverhalten an der Bande von Sharrow, das zur klaren Einschusschance für die Pinguins führte.
Man war spontan an die letzten beiden Partien erinnert, in denen die Grizzlys stets für ein bis zwei schnelle Gegentore nach eigenen Treffern gut waren. Man kann nur hoffen, dass das kein Trend wird...
Nun gewannen die Gäste auch in Sachen Spielanteile die Oberhand, was die Frequenz der Großtaten des Wolfsburger Goalies deutlich in die Höhe schnellen ließ. Knapp eine Minute vor der Pause war dann aber auch Jerry Kuhn geschlagen. Dehner war in der Rückwärtsbewegung auf dem Hintern gelandet, zur Erheiterung der rund 350 mitgereisten Pinguine nutzte Jason Bast die Slapstickeinlage des Wolfsburger Verteidigers unbedrängt zur 1:2 Führung (20.).
Reichlich genervt kamen die Grizzlys aus der Kabine und rissen das Spiel, wie aus der langen Siegesserie bekannt, erst einmal unwiderstehlich an sich. Furchners genialer Abfälscher zum 2:2 stellte die Weichen schon früh (21.) auf Trendwende und als schließlich Björn Krupp sein erstes Saisontor vermelden konnte (25.) schien das Drama für die Pinguins erneut seinen Lauf zu nehmen. Die folgenden Minuten spiegelten diese Vermutung auch weiterhin wider, doch ausgerechnet ein Wolfsburger Überzahlspiel (Ligaweit derzeit die Nr.1) sollte die Wende in dieser äußerst abwechslungsreichen Partie bringen. Wie schon in den letzten beiden Begegnungen zu beobachten, stellt Grizzlymagier Voakes derzeit eher eine Bedrohung für das eigene Tor, als für das der Gegner dar. Völlig unnötig begab sich Wolfsburgs Ausnahmecenter in einen Zweikampf hinter dem eigenen Tor anstatt den Puck aus dem Drittel zu tragen oder zu passen. Der Trick misslang, Gästestürmer Bast zeigte sich auch beim zweiten dicken Patzer des EHC als eiskalter Nutznießer (31.). Was dann geschah, war in dieser Saison wohl noch nicht derart eindrucksvoll zu beobachten: Wolfsburg brach komplett ein, während die Pinguins einen furiosen Sturmlauf starteten. Die EHC-Abwehr verwandelte sich fortan ein ums andere Mal in einen kopflosen Hühnerhaufen, der mit zwei Gegentreffern durch Urbas (34.) und Owens (37.) noch bestens bedient war und mit dem Bremerhavener Körperspiel überhaupt nicht mehr zurecht kam. Fassungslos ging es für die Anhänger der Orangenen (dieses Mal in schwarz) zum zweiten Mal in die Kabinen.
Wesentlich kontrollierter ging es in die letzten 20 Minuten. Die Gäste verlegten sich nun aufs Kontern und etablierten eine gute Spielkontrolle, während Wolfsburg alles andere als überzeugend den erneuten Turnaround probiert. Es sollte nicht funktionieren. Lediglich ein weiterer Treffer durch Sebastian Furchner (57.) sorgte noch einmal für so etwas wie Spannung. Doch insgesamt fielen die Angriffsbemühungen der Grizzlys einfach zu harmlos aus, um die stabil stehenden Pinguine noch einmal ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Hinzu kam eine Portion Pech - Foucault brach gleich zweimal der Schläger, einmal erwischte der Wolfsburger Top-Torjäger nur den Pfosten. Verloren hatte man die Partie aber eindeutig in den wilden 10 Minuten des Mittelabschnitts.


Teamcheck

Tor
Jerry Kuhn mit einigen eindrucksvollen Saves, sieht beim dritten Tor der Gäste allerdings genauso unglücklich wie seine Mitspieler Voakes und Likens aus.
Ansonsten kein wirklich dankbares Spiel für den Goalie der Grizzlys: Zuviel ungestörte Versuche ließen seine Vorderleute aus der Halbdistanz zu.

Verteidigung
Zuerst das Gute. Die vier deutschen Verteidiger lieferten eine meist akzeptable Vorstellung ab, hielten sich in den besagten 10 chaotischen Minuten allerdings auch nicht viel besser als der Rest des Teams. Die drei Kontingentspieler im Defensivbereich sorgten allerdings für reichlich graue Haare auf den Rängen. Wobei vor allem Sharrow in den letzten Spielen einfach kaum ein Drittel fehlerfrei zu Ende bekommt. Der Zweikampf vor dem 1:1 war ein Sinnbild für das Problem der Grizzlys: Wenn der Gegner mit voller Wucht forecheckt, bekommt Wolfsburg momentan ein echtes Problem an den Banden. Verlorene Zweikämpfe hinter dem eigenen Tor führten schließlich zu fast allen Gegentreffer mit Ausnahme des zweiten REV-Treffers, der aus Dehners Stolpereinlage resultierte. Dass Jeff Likens nach einer respektablen Reihe an tadellosen Spielen ausgerechnet an diesem Nachmittag in den Escort-Service-Modus schaltete, führte nicht nur zu Gegentoren. Auf der Wolfsburger Bank spielten sich zudem ungewohnte Szenen ab, als Trainer Gross und besagter Likens lautstark aneinandergerieten und das Zustandekommen der Tore 3-5 wohl noch einmal zusammen durchgingen.

Sturm
In den letzten drei Spielen funktionierten außerhalb des Powerplays eigentlich nur noch die Reihen um Haskins und Dixon. Während in der Reihe um Kreps vor allem Foucault ein wenig das Glück im Abschluss abhanden gekommen ist, hat die verbliebene Reihe ein ganz anderes Problem. Mark Voakes steckt momentan, spätestens seit seiner Direktvorlage zum 1:2 gegen Ingolstadt, tief in einer Krise von bisher nicht dagewesenem Ausmaß. Kaum eine Entscheidung, die der Wolfsburger Magier momentan auf dem Eis trifft, funktioniert. So führte sein überflüssiger Zweikampf hinter dem Tor direkt zum Shorthander, wenig später ist es sein Gegenspieler der unbedrängt aus dem hohen Slot zum 3:4 vollstrecken kann, während er seinen Weg zur Bank noch einmal abbricht und versucht einzugreifen. Ganz bitter. Wenn solche Sachen einem Spieler mit einer eigentlich absolut genialen Spielübersicht und einem derart guten Instinkt in Reihe passieren, dann darf man sich schon ein wenig Sorgen um ihn machen. Bleibt zu hoffen, dass da nicht die letzte Gehirnerschütterung genau die eine zu viel war. Es wäre jedenfalls ausgesprochen hart, wenn mein absoluter Lieblingsspieler in Reihen der Grizzlys seine ausstehende Vertragsverlängerung auf diesem Wege nicht realisieren könnte. Momentan auf jeden Fall ein Kandidat für eine Pause - leider. mb

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