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EHC - Fishtown Pinguins 5:2

Pinguin-Ragout die Erste

Binnen Wochenfrist beschert der wie immer von grenzgenialen Raketenwissenschaftlern aus den USA entwickelte Spielplan uns zwei Nord-Derbys mit dem REV.
Bis auf die terminliche Nähe ein großer Spaß, reisen die Bremerhavener doch seit 2.Liga-Tagen meist mit einer Menge friedlicher und sangesfreudiger Fans nach Wolfsburg. Mehr dazu später.
Die Begegnung sollte für die Gäste zunächst wie ein durchaus gelungenes Auswärtsspiel verlaufen. Dem Wolfsburger Anfangsdruck hielten die Pinguins ordentlich stand und konnten ihrerseits den einen oder anderen Nadelstich setzen. Selbst als die Hausherren ihr erstes Überzahlspiel gleich mit Aubins Knaller (16.) zum 1:0 verwerten konnten, gelang ihnen postwendend die entsprechende Antwort. Wade Bergman vollendete den etwas glücklich aus einem Tempogegenstoß entstandenen Abpraller (17.) zum Ausgleich.
Trotz Chancen-plus für Wolfsburg ging es mit diesem Unentschieden zum ersten Mal in die Kabinen.
Dann folgte, was man getrost als Kopie des zweiten Drittels der Freitagspartie in München bezeichnen darf. Die Grizzlys holten noch einmal tief Luft, ließen je eine Überzahl- und Unterzahlsituation ergebnislos verstreichen...und explodierten wie schon zuletzt gegen die roten Bullen!
Eröffnen durfte den Torreigen mit Kris Foucault Wolfsburgs aktueller Top-Torjäger (28.), der sich geschickt vor seinem Gegenspieler positioniert hatte, um ungestört aus Nahdistanz einzunetzen. Zwei Minuten später knallte Wurm den Puck mit einem satten Handgelenkschuss auch schon aus Halbdistanz in den Winkel und schockte Team und Anhänger des REV zum ersten Mal spür- und hörbar.
Das Spiel war kaum wieder angepfiffen, da gerieten Wolfsburgs Krupp und Gästekapitän Moore bereits handfest aneinander. Was wohl als Signal an das eigene Team gedacht war, endete für den Gast, wenn auch nicht im K.O., aber zumindest in einer klaren Punktniederlage. Die Referees bewahrten den unterlegenen Gast schließlich durch ihr Einschreiten vor Schlimmerem. Der Grundtendenz des Spiels tat die Einlage allerdings keinen Abbruch: Die Grizzlys beherrschten den Gast fortan fast nach Belieben und zogen ihr extrem temporeiches und intensives Angriffsspiel weiter durch. Mit dem Effekt, dass zunächst Kamil Kreps einen Fehler der Gäste zum Spaziergang in Richtung Tor und dem locker wirkenden 4:1 nutzen konnte (36.), drei Sekunden vor der Sirene setzte Aubin mit seinem zweiten Powerplaytreffer den Schlusspunkt unter dieses furiose EHC-Drittel. Dass man nach Videobeweis und gültigem Tor die Uhr zurückdrehen muss (falls das Spiel erst einmal weiterläuft) hatte sich indes wohl noch nicht bis an die Küste herumgesprochen. Ganze vier Spieler waren bis zur Verkündigung des Videoentscheids in der Halle verblieben, so dass das Gästeteam inkl. Torhüter erst einmal wieder aus den Kabinen komplimentiert werden musste. Für drei Sekunden.
Der Schlussabschnitt sollte dann das bringen, was Spiele mit deutlichem Zwischenstand meistens verheißen. Wolfsburg verwaltete, nicht zuletzt angesichts des kommenden Spiels am Dienstag, den Spielstand, Bremerhaven versuchte tapfer seinen mitgereisten Fans noch die eine oder andere Freude zu bereiten. Einmal sollte dies bei angezeigter Strafe gegen Wolfsburg (46.) noch gelingen, als Dejdar zum 5:2 abfälschen konnte.
Während die Grizzlys vielleicht einen Gang zu viel rausnahmen, konnten die Gäste trotzdem die Anzahl ihrer Großchancen nicht dergestalt erhöhen, dass der Sieg der Gastgeber irgendwie in Gefahr zu geraten drohte. Selbst mit einem Feldspieler mehr auf dem Eis blieben die Bemühungen der Pinguins letztlich eher symbolisch, und waren wohl eher für die Augen des zahlreich mitgereisten Anhangs gedacht.
Besonders die letzten Minuten der Partie machten aus dieser unterhaltsamen Partie mit vielen Toren und Boxeinlage endgültig ein Eishockeyfest. Heim- und Gästefans antworteten auf die Provokationen einiger verirrter Gestalten auf beiden Seiten mit gemeinsamen Gesängen und feierten entgegen allen Fußball-Unsitten ein gemeinsames Fest nach Eishockeyart!
Es bleibt dabei: Wer Krieg spielen möchte, kann dies gerne beim Fußball tun. Traurig, in Zeiten, in denen es ohnehin schon genug Konflikte und Aggressionen abseits des Sports gibt - aber wohl weiterhin bei einer überschaubaren Menge durchaus gefragt.


Teamcheck

Tor
Jerry Kuhn untermauert auch gegen sein ehemaliges Team seine exzellente Form. Hat momentan einfach einen unglaublichen Flow in seinem Spiel und ist fast nur noch durch abgefälschte Schüsse zu überwinden. Profitiert natürlich weiterhin enorm von der Blockarbeit seiner Vorderleute. Momentan ein Siegesgarant!

Verteidigung
Armin mit seinem ersten Saisontor - und dann gleich so eine "Schönheit".
Insgesamt agiert die um Philip Riefers aufgestockte Abwehr der Grizzlys momentan auf allerhöchstem Niveau. Selbst Roach kann nach seiner Zwangspause nahtlos an seine Entwicklung anknüpfen und stellt - auch wegen guten Ansätzen beim Pass-Spiel - mittlerweile eine echte Verstärkung dar. Likens bestreitet nun schon zum wiederholten Male eine Partie ohne Chaos-Anfälle und verbucht sogar 3 Assists. Im Zuge der Vertragsgespräche entdeckt der Wolfsburger Entertainer offenbar seine seriöse Seite. Mehr davon, bitte?!
Björn ruled weiter mit Autorität. Sehr geil und danke für die lange vermissten handfesten Argumente in der Eisarena!

Sturm
Dank der Rückkehr von Doppeltorschütze Aubin konnten die Grizzlys im Sturm zum ersten Mal in aktueller Bestbesetzung minus Pfohl antreten. Wie ich bereits nach dem letzten Heimspiel annonciert habe, gibt es für die Wolfsburger Gegner spätestens jetzt wenig Grund zum Lachen. Obendrein funktioniert neben den drei (!) Scoring-Reihen auch die vierte Reihe mit Mulock, Höhenleitner und Dixon hervorragend. Dem Dauerdruck dieser Angriffsmaschine kann aktuell kaum ein anderes Team Paroli bieten...GEIL! Zudem scheint das Team nun irgendwie leichte Beine bekommen zu haben. Alles wirkt kraftvoller und schneller als in den ersten beiden Monaten der Saison. So eine Form in den Play-offs und wir können vielleicht den letzten Schritt gehen! mb

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