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EHC - Augsburger Panther 5:3

Die vielzitierte Flasche Ketchup

Frei nach einem beliebten Pavel Gross Zitat brauchten die Grizzlys, nach einem ersten "Klecks" aus der Flasche, fast zwei volle Drittel, um den Saft zum Laufen zu bringen.
Seit dem spektakulären 8:1 im Februar 2016 waren die Grizzlys nun über anderthalb Jahre ohne Pflichtspielsieg gegen Augsburg geblieben und irgendwie sah es weite Strecken der Partie nach einer Fortsetzung dieser seltsamen Serie aus.
Dabei begann das Spiel aus Grizzlyperspektive wie gewünscht: Nach nicht einmal zwei Minuten hatte Jeremy Dehner im Doppelpass mit Tyler Haskins die frühe Führung erzielen können und die Hausherren hat den entstehenden Schwung prompt aufgenommen. Doch das Problem der ersten knapp vierzig Spielminuten zeigte sich schon früh - die Grizzlys brachten trotz Überlegenheit und reichlich Chancen das Spielgerät einfach nicht an Boutin vorbei.
Für Verärgerung und Irritation sorgte in der Folge aber weniger die dürftige Torausbeute der Grizzlys, sondern vielmehr die amateurhafte Leitung der beiden Referees (zum wiederholten Male Lasse Kopitz an einer "Glanzleistung" beteiligt). Statt Parkes' Stockcheck zum Kopf von Fauser zu ahnden (7.), ließen die beiden HSR den Wolfsburger gnädigerweise per Spielunterbrechung zur Behandlung in die Kabine bringen. Direkt im Anschluss klingelte es im Wolfsburger Gehäuse (8.). Verteidiger Gabe Guentzel war schön aufgerückt und drückte den Puck völlig freistehend gegen etwas verwirrt wirkende Gastgeber in die Maschen.
Wolfsburg antwortete mit wütenden Angriffen und nahm das Augsburger Tor fortan massiv unter Beschuss. Allein drei Überzahlspiele bis zur ersten Pause ließen die Grizzlys dabei ungenutzt und mussten schließlich, leicht gefrustet, mit 1:1 in die Kabine gehen.
Und es sollte noch mehr Frust folgen. Einzig der Blick auf die Strafzeiten zauberte dem einen oder anderen aufmerksamen Zuschauer wohl ein ungläubiges Schmunzeln ins Gesicht: Bis zum Ende des zweiten Spielabschnitts hatten die Referees sage und schreibe siebenmal in Folge auf "Beinstellen" entschieden. Derweil gingen auch so illustre Tatbestände wie Bandencheck und Stockschlag als "Tripping" durch, weil der Geschädigte letztlich ja zu Boden gegangen war. Weniger lustig gestaltete sich der Verlauf des Drittels auf dem Scoreboard. Wolfsburg blieb die eindeutig spielbestimmende Mannschaft, konnte gegen das beste Powerplay-Team der Liga sogar in Unterzahl Akzente vor dem gegnerischen Tor setzen...aber eben nicht den Puck in selbiges.
Das besorgten hingegen die Panther mit einem ihrer wenigen, dafür umso geradliniger vorgetragenen Angriffe. Wieder hatten die Gäste mit wenigen schnellen Spielzügen den Abschluss gesucht, White (29.) den folgenden Abpraller dann eiskalt eingenetzt. Wolfsburg rannte weiter auf das Tor der Gäste an, traf durch Kreps und Foucault das Gestänge und konnte einfach den entscheidenden Pass, um einen Spieler komplett frei zu spielen, nicht anbringen.
Erst im sechsten Überzahlspiel und 22 Sekunden vor der nächsten Pause gelang den unermüdlich kämpfenden Hausherren doch noch der längst überfällige zweite Treffer. Gerrit Fauser hatte am langen Pfosten blitzschnell abgestaubt - dem vorhergehenden Tor der Panther nicht ganz unähnlich.
Wer nun glaubte, der Knoten der Grizzlys sei nun endgültig geplatzt, der musste sich doch noch eine ganze Weile gedulden. Erst, nachdem Wolfsburg eine knapp ein-minütige doppelte Unterzahl (47.) überstanden hatte, sollte der Ketchupflaschen-Effekt einsetzen.
Nach scharfem Anspiel vor das Panther-Gehäuse durch Rekonvaleszent Voakes (53.), vollstreckte zunächst Alex Weiß aus nächster Nähe zum 3:2. Rund eine Minute später war es Sebastian Furchner, der den Jubel im weiten Rund gleich wieder aufbranden ließ. Dank energischem Nachsetzen im Slot konnte der Wolfsburger Rekordspieler den Puck zum 4:2 in die Maschen hebeln, drei Minuten später (56.) tat es ihm auch noch Fauser, erneut im Powerplay, gleich. Plötzlich flutschten die Dinger nur so rein, wo vorher kein Durchkommen war
Letztlich hatte sich das ausdauernde Anrennen der Grizzlys doch noch ausgezahlt und der Spielstand, trotz des späten 5:3 in der Schlussminute, sich dem Verlauf der Partie angepasst.
Endlich wieder ein Sieg gegen Augsburg.


Teamcheck

Tor
Felix anfänglich mal wieder etwas unruhig. Das legte sich zwar im Laufe der Partie, aber insgesamt hinterlässt Wolfsburgs Nr.1 einfach nicht den gechillten Eindruck der letzten Jahre. Nach dem Ei in Straubing dieses Mal aber ohne Patzer. Seine Ausflüge hinter das Tor wirken aber nach wie vor nicht souverän, teils auch einfach unnötig.


Verteidigung
Jimmy Sharrow mit einer extrem aufopferungsvollen Partie. Dürfte heute aussehen wie vom Fleckfieber befallen. Hut ab!
Dehner mit einer offensiv extrem effizienten Partie. Krupp, Wurm und Likens sicherten ebenso wie Riefers und Roach mit robustem Auftreten den engen Spielverlauf und lassen mich in Sachen "körperliches Dagegenhalten" recht optimistisch in Richtung Play-offs schauen. Mit Ankert fehlt ja obendrein ein weiterer Akteur, der nicht gerade für seine zerbrechliche Figur bekannt ist.

Sturm
Kaum kommt mit Voakes ein wichtiger Eckpfeiler zurück, scheidet mit Aubin ein Reihenkollege aus. Während die Reihe um Kapitän Haskins momentan fast blind funktioniert, kann sonst keine weitere Reihe auf den Luxus einer bisher weitestgehend gemeinsam verbrachten Saison zurückblicken. Das merkt man teilweise doch recht deutlich, auch wenn die letzten Spiele vor und nach der Pause schon deutlich verbessert erschienen. Wenn die Reihe um Kreps allerdings weiter zusammenbleiben kann und Aubin zeitnah zurückkehrt - das wird lustig! Allerdings nicht für unsere Gegner. mb

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