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EHC - Eisbären Berlin 2:5

Ein paar Kleinigkeiten zu viel

In ihrem letzten Spiel vor der Cup-Pause konnten die Grizzlys nicht ganz an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Mit den Eisbären aus Berlin gastierte allerdings ein ganz harter Brocken in der Eisarena, der obendrein mit über 1000 Anhängern im Gepäck angereist war.
Zunächst schien die Partie eine ähnliche Entwicklung zu nehmen, wie das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenführer zwei Tage zuvor. Beide Teams präsentierten sich defensiv voll auf der Höhe und auch die Torleute hatten offenkundig einen Sahnetag erwischt. So dauerte es bis weit in den zweiten Spielabschnitt hinein, ehe eine der beiden Mannschaften etwas zu bejubeln hatte - leider dieses Mal die falsche aus Sicht der Gastgeber.
Wolfsburg hatte der Partie bereits in der 2.Minute den ersten Hallo-wach-Moment verpasst, als Jeff Likens Schuss nur an die Latte abgefälscht worden war. In der Folge entwickelte sich ein hart geführtes und von disziplinierter Spielführung geprägtes Spiel. Besonders im Slot ging es vor beiden Gehäusen hoch her, wobei den Grizzlys bei so einigen Rebounds stets das nötige Scheibenglück verwehrt blieb. Die Eisbären kamen im Gegenzug immer wieder durch ihren Topscorer Sean Backman gefährlich vor das Tor der Wolfsburger, konnten aber lange Zeit keinen Profit aus den wenigen defensiven Lücken, die ihnen angeboten wurden, schlagen.
Als in der 27.Minute mit Noebels dann doch einmal ein Gästespieler zum Alleingang ansetzen durfte, vergab dieser dank des regelwidrigen Eingreifens eines Wolfsburger Gegenspielers - nennen wir ihn mal Jeff Likens. Den fälligen Penalty entschärfte Wolfsburgs Jerry Kuhn relativ mühelos. Doch auch die Grizzlys verschenkten ihre wenigen klaren Möglichkeiten in Form von ausgelassenen 3 oder 2 auf 1 Situationen, so dass schon alles auf ein torarmes Spiel hinzudeuten schien. Die Partie sollte einen anderen Weg gehen, denn die Gäste fingen nun an, ihre Möglichkeiten im Gegensatz zu den Hausherren ein ums andere Mal zu nutzen. Noch vor der zweiten Sirene gingen die Eisbären durch einen konsequent zu Ende gefahrenen Konter mit 0:1 in Führung (35.). Fischbuch hatte den Dosenöffner für sich verbuchen können, sein Teamkollege Sheppard legte eine Minute vor der Pause noch einmal nach. Dank der von Saison zu Saison fröhlich oszillierenden Torraumabseitsregel, lag trotz Aufenthalt im Torraum und Sichtbehinderung kein Vergehen des Eisbären vor, so dass der Treffer nach aktueller Regelauslegung korrekt war.
Wer dachte, schlechter könnte ein Gegentreffer nicht getimt sein, der wurde umgehend eines Besseren belehrt. Pünktlich zum Wiederanpfiff verfielen die Grizzlys offenbar in vorzeitigen Winterschlaf und ließen sich durch den heranstürmenden MacQueen komplett überlaufen. Eine einfache Ablage an der blauen Linie der Wolfsburger hatte gereicht, um den Berliner unbedrängt in Richtung 0:3 schicken zu können (41.). Die Aufholjagd schien frühzeitig abgeblasen. Als ein Wolfsburger Überzahlspiel dann doch noch den ersten Treffer der Grizzlys brachte (44.), hätte sich das nicht unbedingt bewahrheiten müssen. Ausgerechnet Torschütze Jeff Likens hatte sich dann nur wenig später (mal wieder) nicht unter Kontrolle und brachte seine Farben mit einem komplett überflüssigen Foul (46.) in Unterzahl. Zwar wanderte eine Minute später auch ein Eisbär in die Kühlbox, doch die Gäste vollstreckten durch Jens Baxmann bei 4 gegen 4 auf dem Eis auch ihre nächste Möglichkeit (48.).
Der Drops schien gelutscht: Zu oft hatten die Grizzlys ab Mitte der Begegnung den kleinen Augenblick zu lange gebraucht, um Spielsituationen richtig einzuschätzen. Die Eisbären hingegen hatten ihre Effizienz genau ab diesem Moment auf Spitzenniveau katapultiert - eine ungünstige Mischung.
Ohne Torhüter und mit Extra-Angreifer gelang Wolfsburg zwar noch der zweiten Powerplaytreffer durch Foucault (55.); das gleiche Experiment sollte in der Schlussminute dann aber nur noch den Empty-netter zum 2:5 durch Buchwieser bringen.
Zu wenig Scheibenglück, zu viele kleine Unaufmerksamkeiten und ein bärenstarker Gegner (deutlich besser als noch im ersten Aufeinandertreffen) sorgten am Ende für eine verdiente Niederlage vor der Deutschlandcup-Pause.


Teamcheck

Tor
Kuhn weiter in hervorragender Form. Das konnte man vom Abwehrverhalten seiner Vorderleute leider nicht über die volle Distanz von 60 Minuten behaupten.
Hielt die Chance auf Punkte lange Zeit am Leben, bevor die Unaufmerksamkeiten der Defensive Überhand nahmen.

Verteidigung
Ab Spielmitte viel zu viele Stellungsfehler und Schläfrigkeiten. Zu oft aus den Positionen, zu oft gedanklich nicht auf den nächsten Spielzug der Gäste vorbereitet. Die Pause kommt nun vielleicht gerade recht. Jeff Likens leuchtet mal wieder in allen Farben seiner schillernden Persönlichkeit von gelungenen Offensivaktionen, über Leichtsinn in der Defensive bis hin zu komplett dämlichen Fouls im denkbar schlechtesten Moment. Richtet trotz Tor längst mehr Schaden an, als dass er Nutzen bringt.

Sturm
Nach Voakes fiel mit Aubin nun der zweite Spieler unserer einst besten Scoring Line aus.
Die neu formierte Reihe mit Riefers, Weiß und Dixon konnte naturgemäß keinen adäquaten Ersatz in Sachen Torgefahr schaffen. So blieben die Reihen um Haskins und Kreps für diesen Part verantwortlich, sollten aber an diesem Abend - vor allem im Slot - einfach kein Glück haben. Seltsam: Eigentlich noch nie konnte man so oft Grizzlys ohne Fremdeinwirkung wegrutschen sehen. Ob Schliff oder Kraftgründe für dieses Phänomen verantwortlich waren, wird sich wohl nicht abschließend klären lassen.
Vor allem die Kontergelegenheiten schenkten die Beteiligten schon fast fahrlässig unkonzentriert weg. Und wenn dann doch mal ein Abschluss (Karachun) erfolgte, wäre leider der Querpass die hundertprozentige Lösung gewesen. Was soll's. Solche Tage gibt es im Sport immer wieder. Auf ein Neues nach der Pause, dann hoffentlich mit dem einen oder anderen Leistungsträger mehr an Bord. mb

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