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EHC - Iserlohn Roosters 5:3

Ein Schritt nach dem anderen

Auch das dritte Heimspiel in Folge findet mit einem 5:3 Erfolg für die Grizzlys ein Happyend. Dass es diesmal die volle Punkteausbeute für die Hausherren gab, spiegelte durchaus das Leistungsverhältnis der beiden Kontrahenten wider. Die Roosters, wie die Grizzlys eher mäßig bis schlecht in die Saison gestartet, zeigten dabei allerdings die bis dato schwächste Vorstellung eines EHC-Gegners.
Etwas kurios, aus Grizzlysicht ärgerlich, gestalteten sich die ersten zwanzig Minuten der Begegnung. Ohne viel Abtasten waren beide Teams in die Begegnung gestartet und offenbarten dabei so manche Sorglosigkeit in der Defensive. Vor allem die Gäste ließen den Wolfsburgern viel zu viel Platz, um ihre Spielzüge reichlich entspannt abzuspulen.
Doch anstatt diese Freiheiten zu einer frühen, eventuell sogar beruhigenden Führung zu nutzen, blieb den Gastgebern am Ende des Drittels nach einem Lattenknaller durch Wurm und reichlich vergebenen Chancen nur die Null auf der Habenseite. Teilweise minutenlang hatten die Grizzlys die Gäste aus dem Sauerland in deren Drittel festgenagelt, nur um in der 19.Minute sogar deren Führungstreffer durch Jaspers hinnehmen zu müssen.
Mit einem ihrer wenigen, dafür klar und schnell vorgetragenen Angriffsspielzüge entschieden die Roosters also den Auftakt für sich und stellten den Spielverlauf damit schon ein wenig auf den Kopf.
Dank einer späten Strafe gegen Iserlohns Weidner, ging es für die Hausherren mit einer Überzahlsituation in den mittleren Spielabschnitt...und so langsam sollte sich auch erste Effizienz auf Seiten der Grizzlys einstellen!
Als Foucault gegen Ende der Überzahl eine Lücke in der Iserlohner Abwehrformation zum Alleingang nutzte, konnte er nur noch durch ein Foul am Abschluss gehindert werden. Den fälligen Penalty (22.) verwandelte der Wolfsburger Stürmer eiskalt durch die Schoner des Iserlohner Goalies.
Bei eigener Unterzahl (34.) kam es dann noch besser: Wurm stoppt den Iserlohner Angriff hinter der blauen Linie, Fauser nimmt die Scheibe auf und versenkt sie per Handgelenkschuss zum 2:1. Die schon zuvor immer besser in die Partie kommenden Gäste ließen sich in der Folge allerdings auch kein zweites Mal bitten. Noch im selben Powerplay gelang ihnen der, zu diesem Zeitpunkt absolut verdiente, Ausgleich durch Salmonsson (36.), der dank Abstimmungsschwierigkeiten der Wolfsburger Abwehr völlig unbedrängt einen Rebound verwerten konnte.
Unentschieden ging es in den Schlussabschnitt - und der sollte einiges zu bieten haben.
Die Gäste erwischten zunächst den besseren Start ins dritte Drittel und setzten die Grizzlys ein ums andere Mal unter Druck. Ausgerechnet in dieser starken Anfangsphase verpasste Höhenleitner den Roosters die kalte Dusche der 3:2 Führung. In der 45. Minute hatte Wolfsburgs Dauerbrenner einen Abpraller von der Hintertor-Bande genutzt, um das Spielgerät am herüberkommenden Dahm vorbeizudrücken - die Eisarena brach umgehend in spürbar erleichterten Jubel aus!
Ein munteres, äußerst unterhaltsames Hin und Her entwickelte sich nun unten auf dem Eis. In der 53. Spielminute schienen die Grizzlys das Ganze schließlich zu einem glücklichen Ende gebracht zu haben: Ihr Kapitän hatte bei einen Roach-Schuss am schnellsten geschaltete und den Abpraller zum 4:2 über die Linie drücken können - der erste Dreier war nun endlich in Reichweite.
Doch schon eine Minute später schlug Iserlohn zurück! Ex-Grizzly Fischer befreite Foucault per Check vom Spielgerät und leitete zügig die Kombination zum 4:3 Anschluss durch Turnbull ein.
Kaum hatten sich die Spieler zum Anspiel am Mittelpunkt eingefunden, leitete Wolfsburgs Kapitän mit seinem Pass auf Dehner den erneuten Jubelsturm in der Eisarena ein. Mit einem nicht sonderlich harten, aber sehr platzierten Distanzschuss gelang es dem Wolfsburger Topverteidiger den Vorsprung wieder auf zwei Tore anwachsen zu lassen. Vorbildlich dabei auch die Wolfsburger Arbeit im Slot, wo gleich zwei Akteure dem Gästekeeper komplett die Sicht genommen hatte.
Es folgten wilde Schlussminuten in denen Iserlohn zu guter Letzt mit einem Feldspieler mehr sein Glück versuchte - ohne jedoch ein weiteres Mal den Weg am gut aufgelegten Kuhn vorbei zu finden.
Der erste Dreier war somit endlich vollbracht!

Teamcheck

Tor
Kuhn macht weiterhin ein gutes Spiel nach dem anderen. Lediglich die Rebound-Quote des Wolfsburger Neuzugangs könnte nach dieser Begegnung Anlass zu leider Kritik geben. Trägt bisher einen guten Teil zum Gelingen der Aufholjagd bei!

Verteidigung
Iserlohn stellte bei weitem nicht die größte Herausforderung der bisherigen Spiele dar und trotzdem wirkte das Abwehrverhalten der Grizzlys nicht immer so gut koordiniert, wie man sich das wünschen würde. Weiterhin die Baustelle der Grizzlys. Während Ankert bei seinem 600. Jubiläumsspiel eine hervorragende Figur abgab, machten seine Kollegen Likens und Wurm mit teils mäßigem Stellungsspiel (2:2!) auf sich aufmerksam. Besonders erfreulich bleibt die Entwicklung bei Neuzugangs Roach: Der neue Hüne in der Wolfsburger Abwehr steigert sich von Spiel zu Spiel, schießt ohne viel zu Zögern (4:2) und hatte diesmal gleich drei lange Pässe an die gegnerische blaue Linie zu verzeichnen - weiter so! Den obligatorischen Befreiungspass durch den eigenen Slot hatte er allerdings wieder am Start...

Sturm
Kapitän Haskins geht die Sache mit seinem Comeback mehr als engagiert und vor allem erfolgreich an. Der Game Winner und eine Vorlage gehen diesmal auf sein Konto. Reihenkollege Fauser zeigt sich mit seinem Shorthander ebenfalls produktiv, während die Reihe um den immer besser in Fahrt kommenden Foucault neben einer guten Leistung die weiteren beiden Treffer beisteuerte.
Karachun erneut mit grandios körperbetontem Angriffsspiel, zeigt unbändigen Willen an den Puck zu kommen und ist in der jetzigen Form für mich ein klarer Stammplatzkandidat. Selbst, wenn die beiden fehlenden Stürmer und ein eventueller Neuzugang noch dazustoßen sollte dem Wolfsburger Youngster der Platz in der Startformation kaum zu nehmen sein. Sollte seine Entwicklung so weitergehen, haben wir bald einen der begehrten Power Forwards - sozusagen hausgemacht - in unseren Reihen!
Trotzdem bleibt in diesem Mannschaftsteil vor allem in Sachen Chancenverwertung massiv Luft nach oben. Die Tatsache, dass in der bisherigen Saison mit Furchner und Aubin gleich von beiden Torjägern noch nicht viel zu sehen war, untermauert diese These leider recht eindrucksvoll. mb