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EHC - Red Bull München 4:3 n.V.

Zwei Punkte gegen den Frust

Nach drei Niederlagen in Folge zum Saisonauftakt sollte nun ausgerechnet gegen den Meister aus München das erste Erfolgserlebnis her. Seit 2015 war den Grizzlys zwar kein Heimsieg mehr gegen das Team von Don Jackson gelungen, aber die aktuelle Form der Bullen gab Anlass zu gedämpfter Hoffnung.
So präsentierten sich die Wolfsburger, zumindest etwas überraschend, vom Start weg als ebenbürtiger Gegner und es entwickelte sich eine rasante Partie mit durchaus gehobenem Niveau und jeder Menge Torszenen.
Dass mit Christensen schon nach 8 Sekunden (!) ein Münchner die Strafbank einweihen durfte, half den zuletzt so inkonsistent auftretenden Grizzlys natürlich sehr, auch wenn deren Powerplay zunächst seinem grauenhaften Ruf gerecht wurde.
In der 6.Minute war es dann soweit: Alexander Karachun hatte sich zum Goalie der Gäste durchgetankt und überwand aus den Birken mit einem Schuss durch die Schoner.
Weniger später (8.) durfte sich erneut das bislang gruselige Überzahlspiel der Gastgeber präsentieren...und erwartungsgemäß reichlich ineffektiv vergehen. Kaum wieder vollzählig zeigten die Gäste eine deutliche Reaktion auf den frühen Rückstand und erhöhten den Druck auf Wolfsburg mehr als deutlich.
Von der Mitte des Spielabschnitts bis zur ersten Drittelpause setzten die Gäste die Grizzlys praktisch unter Dauerdruck. Mit etwas Glück und viel Jerry Kuhn, der zum Teil spektakulär retten konnte, hielt Wolfsburg den knappen Vorsprung bis zur ersten Unterbrechung. Dabei hatte es vor allem Kuhns Save gegen Wolf den Fans angetan, als dieser völlig alleine vor dem Kasten der Grizzlys aufgetaucht war.
Bemerkenswerterweise sollte sich dieser Druck nach dem Pausentee nicht fortsetzen. Die Gastgeber nahmen nun ihrerseits das Heft in die Hand und dominierten nun das Spiel - fast wie die Gäste zuvor über eine Dauer von fast 10 Spielminuten.
Nachdem diese Phase durch ein gewohnt ergebnisloses Powerplay beendet worden war, gab es prompt die kalte Dusche für die Hausherren: Vom Anspiel weg spielte Aucoin den kurzen Pass auf Seidenberg, der den Puck durch Freund und Feind zum 1:1 in die Maschen hämmern konnte (30.).
Wolfsburg zeigte sich zunächst wenig beeindruckt, erspielte sich seinerseits weitere Chancen und landete trotz mehr Spielanteilen keinen weiteren Treffer. Als Dehner schließlich wegen Spielverzögerung in die Kühlbox musste, deutete im soliden Unterzahlspiel der Gastgeber dann eigentlich auch nichts auf einen weiteren Treffer der Bullen hin. Doch ein kapitaler Wechselfehler ermöglichte Münchens Wolf die freie Fahrt über den rechten Flügel, während Spieler Nr.4 noch auf Wolfsburgs Bank träumte...
Seinen zweiten Alleingang in dieser Partie wusste der Toptorjäger dann auch entsprechend zum 1:2 zu nutzen - etwas mehr als 35 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt bereits gespielt.
Bis zur zweiten Pause ergaben sich kaum weitere Torchancen, die Gäste blieben zunächst spielbestimmend.
Doch im letzten Drittel war endlich wieder Magic-Mark-Time angesagt: Aufregende Anfangsminuten mit reichlich Coast to Coast Hockey krönten "die Hände" der Liga mit einem sehenswerten Treffer zum 2:2 Ausgleich (49.). In seiner unnachahmlichen Art hatte die Nr.49 der Grizzlys sämtliche Gegenspieler an sich vorbeirauschen lassen, um sich dann in aller Ruhe den Winkel aussuchen zu können.
Fünf Minuten später gelang den Gästen durch Kahun zwar ein ähnlicher Treffer (54.), doch da befanden sich die Münchner auch mit einem Mann mehr auf dem Eis, da Gerrit Fauser eine Strafe wegen Hakens abbrummen musste.
Doch mit Mark Voakes sollte wiederum der herausragende Akteur auf Seiten der Gastgeber am erneuten Ausgleich beteiligt sein. Seinen Schuss in Richtung aus den Birken, fälschte Alex Weiß unhaltbar zum 3:3 ab, so dass nach 56:07 alles wieder auf Anfang stand.
Als wenig später Torschütze Weiß das Spielgerät von Frank Mauer im Gesicht zu spüren bekam, standen die Zeichen endgültig auf Sieg für die Grizzlys. Während der nun folgenden 2+2 Strafminuten wollten die Gastgeber nun endgültig den Sack zumachen, was in der regulären Spielzeit leider noch nicht gelingen wollte.
Doch nach rund anderthalb Minuten in der Overtime war es dann soweit: Während Liga-Dummbeutel Pinizotto lieber den bereits per Cross-Check zu Boden beförderten Furchner mit weiteren Faustschlägen traktierte, sorgte Wolfsburgs Foucault dafür, dass Mr. Unsportlichkeit einmal in seinem Eishockeyleben etwas Nützliches vollbringt... und nutzte den prügelnden Hackstock als Bande zum Game-Winner.
DANKE, dafür!
Ein ausgesprochen spaßiger Eishockeynachmittag fand somit sein ebenso launiges Ende. Und während Pinizotto abseits der Kameras und nach diversen Beleidigungen gegen die Offiziellen mit reichlich Provokationen gegen das Wolfsburger Publikum in die Kabinen marschieren durfte, machte sich der orangene Anhang während des Videobeweises schon mal zum Jubeln bereit. Im Fall von Pinizotto kann man den Offiziellen dieser Liga eigentlich nur zurufen: "Holt den Irren vom Eis! Der Mann braucht dringend Hilfe!"
Endlich die ersten Punkte!

Teamcheck

Tor
Jerry Kuhn nutzt seine Chance und liefert nach dem guten Auftritt in Berlin gleich die nächste Klasse-Leistung ab! Es scheint, als hätten unsere Verantwortlichen auf der Torwartposition (mal wieder) ganze Arbeit geleistet! Der Konkurrenzkampf ist eröffnet und zunächst hat erst einmal der Herausforderer die Nase leicht vorn. Sehr gut für uns und nichts, womit Felix nicht umgehen könnte.

Verteidigung
Wenn man bedenkt, wie das gleiche Personal in den letzten Partien aufgetreten ist, dann kann man vor dieser Leistungssteigerung nur den Hut ziehen. Selbst ein Alex Roach wackelte nur selten. Vielleicht wachsen die Verbliebenen an den neuen Aufgaben schneller als man es eigentlich erhoffen dürfte, wobei außer Roach eigentlich alle Verteidiger auch mit reichlich Spielzeit vorgesehen waren. Wobei ein Bina oder Sharrow in der ein oder anderen Unterzahl sicherlich gutgetan hätte...

Sturm
Ebenfalls deutlich verbessert. In diesem Mannschaftsteil bleibt die Reihe ohne Haskins allerdings weiter das Sorgenkind. Zusammen mit Riefers strahlen die beiden Verbliebenen fast null Torgefahr aus. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten kann das über die Voakes-Reihe keinesfalls mehr behauptet werden, gerade, weil an der Seite von Voakes nun auch Alex Weiß deutlich ansteigende Form zu zeigen beginnt. Unsere mit Abstand beste Reihe momentan, die eigentlich nur noch auf einen Lauf von Aubin wartet.
Besonders wichtig: Durch die überraschend gut funktionierende Reihe mit Neuzugang Carter Proft, Tyson Mulock und Senkrechtstarter Karachun war gegen die äußerst tief besetzten Münchner die Last ausgesprochen brauchbar verteilt. Vermutlich DER Schlüssel zum so wichtigen Erfolg.
Insgesamt muss sich aber neben der Furchner Reihe (bald hoffentlich wieder mit Haskins) offenbar fast jede Reihe noch ein Stück weit finden, bevor wir diesen eigentlich sehr gut besetzten Mannschaftsteil gewinnbringend ins Rennen schicken können. Bei so wenigen Neuzugängen stimmt mich dieser Umstand nach wie vor etwas nachdenklich. Was Gutes zum Schluss: Das Powerplay ist von der Intensivstation auf die normale entlassen worden - wir hoffen nach diesem brauchbaren Auftritt weiter auf endgültige Genesung! mb

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