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EHC - Kölner Haie 2:4

Teilenot in der Grizzlygarage

Wolfsburgs Urgestein fasste es nach der zweiten Saisonniederlage (gegen ein Topteam) formschön zusammen: "Im ersten Drittel hatten wir die Hosen voll, als würden wir gegen Pittsburgh spielen." Ein Resümee, dass man sicherlich auch nach dem ersten Spiel in Mannheim so hätte ziehen können. Besonders der Ausfall der beiden Defensivsäulen Sharrow und Bina scheint für Wolfsburg gegen spielstarke Gegner nicht kompensierbar. Besonders Neuzugang Roach zeigte sich dabei mit gehobenem DEL-Niveau komplett überfordert und produzierte unter Druck einen Fehler nach dem anderen.
Die Gäste aus Köln hingegen traten im Stile einer bestens präparierten Auswärtsmannschaft auf, erkannten schnell die Wolfsburger Schwachstellen und nutzten diese gleich zum Auftakt zweimal schmerzhaft aus.
Jeweils Philip Gogulla war es vorbehalten (4./11.) einen aus Gästesicht herrlich störungsarmen Angriff zum 0:1 und 0:2 zu verwandeln. Die Grizzlys glänzten in den ersten 20 Minuten fast durchweg mit schlechtem Zweikampfverhalten, dummen Strafen (Likens) und wenig Zug zum Tor, hatten ihre beste Chance durch einen an Karachun verursachten Penalty (8.) und zwei vermasselte Abnahmen ihres Torjägers Aubin. Doch genau so schüchtern, wie Wolfsburgs Youngster seinen Strafschuss vergab, trat die gesamte Mannschaft der Gastgeber spätestens nach dem zweiten Treffer der Haie auf. Mit etwas Glück ging es mit nur zwei Toren Rückstand im Gepäck in die erste Unterbrechung - die Haie hatten sich als das wesentlich klarer und effizienter agierende Team bis dahin deutlich durchgesetzt.
Der zweite Spielabschnitt gestaltete sich zur allgemeinen Erleichterung schon wesentlich ausgeglichener: Die Grizzlys entwickelten, wenn nicht gerade wieder Jeff Likens eine Pause auf der Strafbank einlegte (25.), durchaus mehr Zug zum gegnerischen Gehäuse und zeigten zwischenzeitlich tatsächlich so etwas wie Körperspiel. Nachdem die Versuche ein Loch in den gegnerischen Goalie zu schießen beendet waren, gelang Kris Foucault per Alleingang endlich das erste Tor für die Hausherren (33.), die in der Folgezeit erste Anzeichen einer Aufholjagd zeigten.
Bis weit ins letzte Drittel wirkte das Spiel nun abwechslungsreicher und von Seiten der Grizzlys zumindest ähnlich druckvoll in Richtung Wesslau, wie es zuvor in Richtung Brückmann gelaufen war. Einziger Unterschied: Kölns Abwehr leistete sich bei Weitem nicht so viele Stellungs- und Abspielfehler wie ihr Wolfsburger Pendant.
Aus einer dieser Abwehrschwächen erwuchs schließlich erst die Strafe (46.) und dann das Powerplaytor (47.) durch Kai Hospelt, der einen Hintertor- Abpraller zum 1:3 einschieben konnte. Den Schock der erneuten, nun etwas glücklichen Zwei-Tore-Führung verdauten die Gastgeber nur langsam. Erst ein eigenes Überzahlspiel (55.) brachte den Schwung in die Aktionen der Grizzlys zurück, die nun fast volle zwei Minuten ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern auf den Anschlusstreffer drängten...und schließlich durch Sebastian Furchner erfolgreich abschließen konnten (57.). Doch die Freude währte nur kurz: Ganze 21 Sekunden später befand sich die Wolfsburger Mannschaft wieder im Chaosmodus vor dem eigenen Tor, Lalonde spazierte förmlich zur Mitte des Angriffsdrittels und schloss humorlos zum 2:4 ab.
Das saß. Der abschließende Sturmlauf der Grizzlys, wieder ohne Torwart und bei Strafe gegen Köln (59.) blieb erfolglos, auch das zweite Spiel der neuen Saison sollte keine Punkte bringen.

Teamcheck

Tor
Felix ohne größeren Fehler, aber noch längst nicht in der Form der Vorsaison. Beim vierten Gegentor alles andere als chancenlos, wirkte auch sonst nicht so souverän wie man ihn kennt. In der Gesamtschau der Vorbereitung inkl. CHL hat Neuzugang Kuhn zur Zeit (nach meinem Empfinden) leicht die Nase vorn!

Verteidigung
Außer Dehner und Krupp kein Wolfsburger Verteidiger auf dem Niveau, das wir für eine erfolgreiche Spielzeit benötigen. Ankert ist von den Verbliebenen vier vielleicht noch am nächsten an einer soliden Leistung dran. Likens schon wieder im Amokmodus, begeht saudumme Fouls in Reihe, nur um dann mit einem Sahnepass den Anschluss vorzubereiten. Man kennt das ja...
Wurm, wie schon des öfteren in der Vorbereitung zu beobachten, mit zu vielen Abspielfehlern, kann weder Pass noch Abschluss beim 0:2 verhindern.
Und Alex Roach...was soll man dazu sagen? Man sieht einfach, dass er als Verteidiger Nr.8 geholt wurde und eigentlich nur zur Entlastung in bestimmten Phasen/Spielen des engen Spielplans gedacht war. Gegen Top-Mannschaften ist sein Platz eigentlich auf der Tribüne - völlig überfordert spielte der Wolfsburger Neuzugang vor allem unter Bedrängnis Pässe, die in keinem Trainer-Alptraum fehlen dürfen. Braucht vermutlich noch sehr, sehr lange, bevor er eine Hilfe darstellen könnte.
Sollten Sharrow UND Bina nicht zeitnah zurückkehren, besteht in diesem Mannschaftsteil akuter Handlungsbedarf.

Sturm
Auch ohne den Kapitän müsste hier etwas mehr möglich sein, als in den ersten beiden Spielen 2017/2018 zu sehen war.
Einzig der stets verbissen agierende Mark Voakes und "Neuzugang" Foucault wissen bisher zu überzeugen, während der Rest der Abteilung Attacke eher blass bleibt. Einzig Weiß agiert etwas auffälliger, aber leider auch ähnlich glücklos wie der Rest der Mannschaft. Gerade angesichts der niedrigen Fluktuation in der Sommerpause bin ich vom mangelnden Spielfluss unseres Teams doch etwas schockiert. Wenn dann auch noch das Zweikampfverhalten von so untadeligen Spielern wie unserer Nummer 17 derart harmlos ausfällt, bin ich sogar geradezu ratlos. Hoffen wir auf eine schnelle Rückkehr unseres Leader und eine entsprechende Signalwirkung an den Rest des Teams. Mehr geht wohl erst einmal nicht. mb

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