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Darum sagen wir: Auf Wiedersehen

Darum sagen wir: Auf Wiedersehen

Nachdem ja schon einige nachgefragt haben, warum diese Saison gar nichts mehr passiert, hier ein paar Worte dazu.Die letzten zwei Jahre hieß der Grund Corona, das musste man halt akzeptieren....
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Stark dezimierte Grizzlys scheitern an Red Bull

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Wolfsburg unterliegt auch im dritten Spiel den gastgebenden Münchnern mit 2:0 und verliert die Serie glatt mit 0:3. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Jordan Murray stellten sich die Grizzlys mit...
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Stark verbesserte Grizzlys unterliegen München mit 2:3

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Schwache Grizzlys ohne Chance in München

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Gaudet und Machacek schießen Grizzlys ins Halbfinale!

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Was für ein Kraftakt! Im entscheidenden fünften Spiel gelingt den Grizzlys doch noch der dritte Sieg gegen Bremerhaven. Dank eines sehr konzentrierten und vor allem defensiv überragenden Auftritts...
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Katastrophenauftakt bringt Spiel 5

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Fast hätten die Grizzlys ihre atemberaubend schlechte Anfangsphase noch repariert bekommen. Doch gegen die schnellen Treffer durch Uher (1.) und Verlic (4.) gelang ihnen lediglich der hart erkämpfte Ausgleich...
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Darum sagen wir: Auf Wiedersehen
23.11.2022
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24.04.2022
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22.04.2022
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20.04.2022
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18.04.2022
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Katastrophenauftakt bringt Spiel 5
16.04.2022
Katastrophenauftakt bringt Spiel 5
Darum sagen wir: Auf Wiedersehen
geschrieben am Mittwoch, 23. November 2022 08:47
Nachdem ja schon einige nachgefragt haben, warum diese Saison gar nichts mehr passiert, hier ein paar Worte dazu.Die letzten zwei Jahre hieß der Grund Corona, das musste man halt akzeptieren....

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Stark dezimierte Grizzlys scheitern an Red Bull
geschrieben am Sonntag, 24. April 2022 17:53
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Stark verbesserte Grizzlys unterliegen München mit 2:3
geschrieben am Freitag, 22. April 2022 23:08
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Schwache Grizzlys ohne Chance in München
geschrieben am Mittwoch, 20. April 2022 22:51
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Gaudet und Machacek schießen Grizzlys ins Halbfinale!
geschrieben am Montag, 18. April 2022 17:26
Was für ein Kraftakt! Im entscheidenden fünften Spiel gelingt den Grizzlys doch noch der dritte Sieg gegen Bremerhaven. Dank eines sehr konzentrierten und vor allem defensiv überragenden Auftritts sichert sich Wolfsburg...

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Katastrophenauftakt bringt Spiel 5
geschrieben am Samstag, 16. April 2022 21:54
Fast hätten die Grizzlys ihre atemberaubend schlechte Anfangsphase noch repariert bekommen. Doch gegen die schnellen Treffer durch Uher (1.) und Verlic (4.) gelang ihnen lediglich der hart erkämpfte Ausgleich in...

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EHC - Iserlohn Roosters 5:4 n.V.

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 3564
Erfolgreiches Chaos zum Dessert

Zum Abschluss dieser eher unverdaulichen Saison reichten die Grizzlys ihren Fans noch einmal einen Querschnitt der meist ärgerlichen Ereignisse der vergangenen Monate zum Nachtisch. Eine der wenigen positiven Erkenntnisse, dass das Team von der Aller nie aufgibt, sollte dann aber doch für ein ebenso unterhaltsames wie versöhnliches Ende sorgen.
So bekam die mit 3662 Zuschauern mehr als gut gefüllte Arena in den ersten 20 Minuten also den ersten Anschauungsunterricht, warum sich in der kommenden Spielzeit so einiges ändern muss und vermutlich auch wird: Wolfsburg agierte weitgehend harmlos gegen läuferisch überlegene Roosters und konnte sich beim seit Wochen überragend agierenden Leggio bedanken, dass bis dahin lediglich Lean Bergmann (8.) einen Torerfolg für die Gäste verbuchen konnte. Als Iserlohn sich schließlich selber schwächte und durch drei dumme Strafen (13./16.+18.) ganze sechs Minuten in Unterzahl verbringen durfte, führten die Grizzlys ihre gefürchteten Powerplaykünste vor und kassierten fast selber den elften Shorthander der Saison durch Justin Florek. Das sollte allerdings noch gelingen...
Im Mittelabschnitt nahm zunächst die Dominanz der Roosters weiter zu. Im Minutentakt musste Wolfsburgs Bester im Tor der Grizzlys sein Können unter Beweis stellen, um seine Farben im Spiel zu halten. Als dann, reichlich überraschend, Wolfsburg tatsächlich der Ausgleich im Powerplay (!) gelang, mischte sich wohl bei so manchem auf den Rängen ein Schmunzeln in den Jubel. Machacek hatte unhaltbar zum 1:1 abfälschen können (33.) und leitete prompt die erste vorzeigbare Phase der Grizzlys ein. Mit einem trotzdem reichlich absurden Unentschieden ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.
Weiter ging die muntere Fahrt über den Rummelplatz, der diese Saison darstellen sollte. Nächste Attraktion: Geisterbahn. Wie schon in Straubing erneut zu bewundern, ließ sich das Team von der Aller innerhalb von 1,5 Minuten das Spiel komplett aus der Hand nehmen - bei eigener Überzahl! Das 1:2 durch Florek (41.) stellte dabei den elften Shorthander der laufenden Spielzeit und damit Ligarekord dar, fiel in leider ebenfalls bekannter Weise völlig unglücklich als Abpraller vom zurückgeeilten Fauser - der Puck blieb schließlich exakt hinter der Linie liegen. Kaum war Caporusso von der Strafbank zurück, war er auch schon am 1:3 durch Camara beteiligt. Ganze 78 Sekunden lagen zwischen den Treffern und so mancher sehnte wohl längst das Ende des Spiels und der Saison herbei. Doch die Begegnung hatte noch einiges für die treuen Fans der Grizzlys parat! Nächstes Fahrgeschäft: Achterbahn.
Dan Sparre hatte noch nicht genug. Wild entschlossen schnappte sich der Topscorer der Grizzlys das Spielgerät an der eigenen blauen Linie von einem Gegenspieler (44.) und eilte Richtung gegnerisches Gehäuse. Kleine Bremsung, Gegner und Mitspieler rauschen vorbei, Puck landet im Winkel - Halle tobt!
Und es kam noch besser: Zwei Minuten später gelingt es Gerrit Fauser auch auf der anderen Seite einzunetzen, als er einen Rebound aus nächster Nähe über den geschlagenen Hovinen bugsieren kann. Der kaum für möglich gehaltene Ausgleich war Wirklichkeit geworden.
Ein offener Schlagabtausch mit extrem hohen Unterhaltungswert entwickelte sich nun, der als nächstes wieder die Gäste jubeln ließ. Topstürmer Matsumoto gelang nach einem Wolfsburger Puckverlust die nunmehr dritte Führung (53.) für seine Farben und nutzte somit eine der nur allzu bekannten individuellen Schwächen der Wolfsburger Defensive eiskalt aus.
Es folgte die letzte Station auf dem Rundgang über den Jahrmarkt am Allersee: Das Märchenland.
Wie nach einem der allseits beliebten Disney-Rezepte gestrickt entfaltete sich schließlich das versöhnliche Ende dieser Saison. Ausgerechnet Kris Foucault, der nach schier endlos langer Verletzungspause sein erstes Saisonspiel seit den Anfängen dieser Spielzeit machen konnte, sollte der Partie die endgültige Wende bringen. Sein Treffer zum 4:4 Ausgleich (56.) zog neben Riesenjubel auf den Rängen zunächst eine Karawane an Gratulanten nach sich, die allesamt zur erfolgreichen Rückkehr aufs Eis gratulieren wollten. Als Wolfsburgs verhinderter Top-Torjäger dann nach 14 Sekunden Verlängerung auch den 5:4 Siegtreffer markieren konnte, gab es kein Halten mehr und eine wirklich üble Saison fand einen schon fast seltsam euphorisch anmutenden Ausklang.
Tatsächlich bleibt nach den inkonsistenten Auftritten 2018/2019 nur die Hoffnung auf Besserung, die in den letzten Wochen in entsprechenden Interviews immer wieder beschworen wurde.

Teamcheck

Tor
Schade, dass Leggio keinen deutschen Pass hat. Seit Wochen in überragender Form und auf jeden Fall eine Option, falls mit den zwei deutschen Goalies über den Sommer doch noch etwas schief geht. Hoffen wir, dass diese Phase in unserem Verein nun überstanden ist...

Verteidigung
Eigentlich kann man nach dieser Saison (und auch nach diesem Spiel) keinen der aktuellen Verteidiger ernsthaft weiter unter Vertrag halten. Bestenfalls Wrenn konnte in den letzten Wochen so etwas wie Zuverlässigkeit und Konstanz vorweisen, Dehner vielleicht mit kleineren Abstrichen noch im grünen Bereich. Was alleine Wurm und Bergman für Klöpse in einem Spiel fabrizieren, das reicht normalerweise für 3-4 (schlechte) Wochen. In aktueller Verfassung Verteidiger Nr.7 und Nr.8 - egal wer da noch kommt oder geht.
Likens nach stabiler Saison doch wieder mit steigender Zahl an Chaosanfällen an der gegnerischen Blauen, Krupp weit unter seinen Möglichkeiten.

Sturm
Foucault mit Traum-Comeback, macht zwei Tore und zeigt ganz nebenbei, wie ein Ausnahmekönner die entscheidenden Punkte für die Grizzlys hätte einfahren können.
Die Reihe um Welsh macht weiter einen guten Job, wobei Sparres unbedingter Wille zu jedem Zeitpunkt doch noch ein Tor zu erzielen (Zug zum Tor!) besonders Freude bereitete.
Insgesamt hat außerhalb dieser Reihe kein Akteur ohne laufenden Vertrag zusätzlich auf sich aufmerksam machen können. Die Verträge von Aubin und Latta sind darüber hinaus weiterhin diskutabel geblieben.

Auf ein Neues in der Saison 2019/2020! Die Teilnahme an den Play-offs wird wohl etwas von ihrer Selbstverständlichkeit eingebüßt haben - und das ist gut so! mb


EHC - ERC Ingolstadt 5:7

  • Geschrieben von Martin
  • Zugriffe: 3577
Spielbericht und Blick in die Zukunft (1.Teil)

Getreu dem Motto " Es kann nur besser werden" wird der (komprimierte) Spielbericht zum Schützenfest gegen die Schanzer um ein Resümee der laufenden Saison erweitert.
Statt das neueste Kapitel im Buch der Enttäuschung 18/19 minutiös auszuwalzen, werde ich - soweit möglich - die einzelnen Akteure unseres Teams inkl. Trainerstab auf ihre Zukunftstauglichkeit abklopfen. Den Anfang machen dabei die Goalies und Verteidiger der Grizzlys.
Zunächst also einmal zum Spiel gegen Ingolstadt. Wie so oft in der laufenden Spielzeit gerieten die Grizzlys auch in diesem Duell frühzeitig in Rückstand, dieses Mal gleich doppelt. Der erste Gegentreffer durch Elsner fiel dabei durch einen Konter bei eigener Unterzahl (7.), der zweite (14.) glänzte durch eine Mischung aus schlechter Reboundkontrolle des Wolfsburger Goalies und interessiertem Zusehen der restlichen Akteure in orange. Hätte Petr Pohl an diesem Nachmittag nicht einen Riesenschluck aus der Zielwasserpulle intus gehabt, die Begegnung wäre wohl schon früh in Richtung komplettes Debakel abgedriftet. Sein Abfälscher (16.) zum 1:2 und der listige Schuss durch Friesens und Pielmeiers Beine (18.) hielten die Grizzlys aber vorläufig im Spiel.
Die irgendwie seltsam anmutende Partie folgte ab diesem Zeitpunkt einer Art unsichtbarer Choreographie. Beide Teams agierten ohne richtige Einstellung im Defensivverhalten und stets ging der Gast aus Ingolstadt in Führung, um sich wenige Augenblicke später den erneuten Ausgleich zu fangen.
Das ging bis ins letzte Drittel dann so:
2:3 durch Greilinger, der einen Konter gegen zu weit aufgerückte Grizzlys eiskalt einlochen kann (25.)
3:3 durch Pohl, der mit einem schönen Handgelenkschuss aus dem Hintergrund seinen Hattrick komplettieren kann (29.).
3:4 durch Collins im Powerplay, der ebenfalls per Handgelenkschuss knallhart abdrückt (31.).
4:4 durch Sparre, der in Überzahl (!) am langen Pfosten vollstrecken kann (33.).
Durchaus ansehnliche offensive Minuten der Grizzlys sollten folgen, die die anwesenden Fans wohl kurzzeitig von der ersten Führung träumen ließen. Doch das letzte Drittel sollte weiterhin dem wenig ergiebigen Strickmuster der ersten beiden folgen und sah in der 52.Minute zunächst das 4:5 durch Wagner und zwei Minuten später das 5:5 durch Marius Möchel. Wagners Treffer wäre ohne die Unbeherrschtheit von Wolfsburgs Aubin wohl so nicht gefallen, denn statt eine angezeigte Strafe dankbar anzunehmen, ließ der verhinderte Torjäger der Grizzlys seinem Frust freien Lauf und landete zusammen mit seinem Gegenspieler in der Kühlbox. Wolfsburgs "Qualitäten" bei 4 gegen 4 sollten spätestens seit dem letzten Spiel gegen Köln allen Beteiligten bekannt sein. Das Ergebnis war ein schon fast deprimierend flüssig kombinierender Gegner, der sich eigentlich den Torschützen aussuchen konnte, während Wolfsburg komplett hilflos hinterherlief.
Das "Beste" sollte aber noch kommen! In der 56.Minute war schließlich Slapstick-Time in der Eisarena angesagt: Zunächst hatte Jerry Kuhn, im Gegensatz zu seinem Gegenüber nach schwachem Auftritt nach 40 Minuten nicht ausgewechselt, seinen großen Auftritt. Einen Befreiungsschlag aus dem gegnerischen Drittel ließ der Wolfsburger Torhüter ohne eine Regung an seiner Ausrüstung abprallen. Der Puck, wie sollte es in diesem Seuchenjahr anders sein, tropfte einen Zentimeter hinter der Linie ins Tor der Grizzlys. Damit nicht genug setzte der reichlich derangiert auftretende Armin Wurm dem Spiel nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff endgültig die Narrenkappe auf. Beim Pass hinter das eigene Tor entging ihm der nachsetzende Collins, was zum Puckgewinn und Drei-auf-Null vor Kuhn führte. Elsner bedankte sich mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend und schickte die Grizzlys somit endgültig auf die kurze Route in Richtung Sommerpause.
Ohne größere Reaktionen machte sich das, zwischenzeitlich gut unterhaltene, aber reichlich desillusionierte Bären-Publikum auf den Weg in die heimischen Höhlen.
Zusammenfassend konnte man bei den Grizzlys wohl von einer der schlechteren Abwehrleistungen der laufenden Saison reden, was leider gleichbedeutend mit extrem schlecht ist.

Das Team für die nächste Saison

Tor
David Leggio
Nach durchwachsenem Beginn stabilisierte sich der US-Amerikaner auf gehobenem Niveau, fiel aber immer wieder der ominösen Einsatzregelung des Wolfsburger Trainers zum Opfer. (Welches Team schickt einen Goalie nach einem Shut-out auf die Bank, weil die Einsätze schon vorher abgesprochen waren???)
Prognose: Kein neuer Vertrag. Wolfsburg setzt weiter auf deutsche Torhüter.

Jerry Kuhn
Hat meine volle Sympathie nach dem schweren Schicksalsschlag des Sommers. Konnte zu keinem Zeitpunkt konstante Leistungen abrufen und hatte insgesamt eine abenteuerliche Fehlerquote. Mental offenbar noch nicht wieder stabil. Vielleicht braucht er noch ein paar Monate, um wieder an die Form der letzten Saison anknüpfen zu können.
Prognose: Verlässt die Grizzlys, da Pickard vermutlich kommt und Felix bleibt.

Felix Brückmann
Ohne Einsatz und ohne Wertung. Nach doppelter Hüft-OP lässt das Comeback sicherlich noch auf sich warten.
Prognose: Kann nicht mit absoluter Sicherheit vollwertig einsteigen. Verpflichtung eines ernstzunehmenden dritten (Nachwuchs-)Goalies sollte wohl noch erfolgen.

Verteidigung
Jeremy Dehner
Punktetechnisch Wolfsburgs Bester. Defensiv leider mit einigen sehr fehlerbehafteten Phasen in dieser Spielzeit, wurde gegen Ende der Saison aber wieder deutlich souveräner.
Prognose: Vertragserfüllung bis 2020 steht völlig außer Zweifel.

William Wrenn
Defensiv konstant akzeptable Leistungen. Zweitbeste +/- Statistik im gesamten Team. Körperspiel allerdings etwas enttäuschend.
Prognose: Vertragsverlängerung nur, wenn vier Lizenzen in die Verteidigung gehen und nur zu schmalem Salär. Sonst Ersatz durch spielstärkeren Defender.

Jeff Likens
Auch wenn seine +/- das nicht unbedingt belegt, der zuverlässigste Grizzly dieser Saison. Vorbei scheinen die Zeiten, als sein Spiel ein Garant für Herzversagen auf der Seniorentribüne war. Ist mit den Jahren offenbar abgeklärter geworden. Die dummen Strafen überlässt er anderen, die spektakulären Fehl- und Risikopässe sind deutlich weniger geworden.
Prognose: Vertragserfüllung bis 2020 absolut sicher. Als Leader zudem sehr wichtig.

Armin Wurm
Spielt eine völlig gebrauchte Saison. Wenn man nicht hundertprozentig wüsste, was man an ihm hat, müsste man nach der Vertragsverlängerung bis 2022 schon fast am Verstand unseres Managers zweifeln. Zuletzt mit alptraumhaften Fehlpassquoten und haufenweise Unaufmerksamkeiten. Wäre in der momentanen Verfassung ein Kandidat für eine Vertragsauflösung.
Prognose: Muss in der neuen Saison um seinen Platz unter den Top 6 hart kämpfen. Sollte der Aufwärtstrend nicht gelingen, droht dank U23-Regel die Tribüne.

Björn Krupp
Spielt nicht annähernd so dominant, wie in der Vorgängersaison. Während der Hinrunde sogar einer der schwächsten im gesamten Team, wird er in Mannheim sicherlich schnell zu alter Stärke zurückfinden. Mach's gut, Uwe!
Mit Dominik Bittner als Ersatz könnte Charly Fliegauf allerdings ein kleiner Coup gelungen sein, da der Ex-Adler in Schwennigen aktuell seine mit Abstand beste Saison zu spielen scheint!

Wade Bergman
Offensiv eine echte Waffe, defensiv immer wieder für reihenweise "Wackel-Attacken" gut.
Die vergleichsweise gute +/- kann hier nur auf dem Papier über die Unsicherheiten im eigenen Drittel hinwegtäuschen.
Prognose: Vertrag bis 2020 wird mit Sicherheit erfüllt. Kampf um Top 6 mit Wurm.

Fazit: Zwei spielstarke Allrounder müssen hier noch, vermutlich mit Ausländerlizenz, dazukommen, damit die Grizzlydefensive wieder zu einem Prunkstück werden kann, anstatt die Schießbude der Liga abzugeben. Das Aufbauspiel unter Druck war in dieser Spielzeit eine einzige Katastrophe!

Nächste Woche gibt es dann als kleine Überbrückung der Länderspielpause den 2.Teil des Saisonausblicks. Dann werde ich mich zu Wolfsburgs Stürmern (sind ja einige...) und den Personalien auf der Trainerbank äußern. mb

Das Team für die nächste Saison - Teil 2

Heute widme ich mich mit dem Sturm und dem Trainerteam der Grizzlys den beiden Bestandteilen der Mannschaft, die den größten Umwälzungen vor und während der Saison ausgesetzt waren.
Als Nachtrag möchte ich kurz auf Steven Raabe eingehen, der dank Personalmangel bei unseren "Defensivkünstlern" auf stolze 20 Einsätze mit immerhin gut 120 Spielminuten kam. Über Thorsten Ankert schreibe ich lieber gar nichts - besser für ihn, besser für mich.

Steven Raabe
Eigentlich Stürmer (und Topscorer) im DNL III-Team wurde der 17 Jahre junge Raabe von Coach Kossmann in den DEL-Kader der Grizzlys berufen - und dort kurzerhand zum Verteidiger umfunktioniert. Auslöser war, wie so oft in dieser Spielzeit, Wolfsburger Verletzungspech. Trotzdem war der Einsatz von Raabe für das heimische Publikum sicherlich einer der positiven Höhepunkte in einer sonst eher von gegenteiligen Sensationen geprägten Saison.
Insgesamt machte der Youngster im DEL-Team der Grizzlys einen, an seinem Entwicklungsstand gemessenen, guten Job. Körperlich noch hoffnungslos unterlegen kompensierte Raabe vieles mit Übersicht und Aktionen, die in erster Linie auf absolute Sicherheit bedacht waren. Um langfristig Zugang zur 1.Mannschaft zu bekommen, muss der Wolfsburger Nachwuchsspieler vor allem körperlich noch massiv zulegen, damit ihn seine Gegenspieler nicht einfach aus dem Slot drücken oder als Leitplanke benutzen.
Seine Einsätze haben den Wolfsburger Nachwuchs jedenfalls mit einer heftigen Welle der Motivation gepusht und waren deshalb schon für alle Beteiligten Gold wert!

Sturm
Wie hinlänglich bekannt, kamen auf Seiten der Grizzlys die beiden als Top-Neuzugänge gehandelten Corey Elkins und John Albert in der DEL nicht zum Einsatz. In der Vorbereitung hatte zumindest Elkins erahnen lassen, dass er als Leader und sehr physischer Spieler eine wichtige Rolle im Team des EHC einnehmen könnte. Albert hingegen blieb in den wenigen Minuten, die er für Wolfsburg aktiv war, blass.
Prognose: Beide erhalten keinen neuen Vertrag. Albert mit zu viel (spielerischem) Risiko behaftet, Elkins aufgrund des Alters + schwere Verletzung ebenfalls.

Eric Valentin
Zeigte immer wieder gute Ansätze in Sachen Spielverständnis und fügte sich streckenweise gut ein. Defensiv noch ausbaufähig.
Prognose: Dank U23 Regelung wird es auch in der kommenden Saison Spielzeit in der DEL für ihn geben. Duell mit Busch um den entsprechenden zweiten Platz, falls U 23 Verteidiger noch verpflichtet wird.

Kris Foucault
Tja. Der genialste Grizzly nach Voakes' Abgang machte satte 6 Spiele (5 Punkte!) für die Grizzlys, ehe ein eher talentbefreiter Defensivkollege über seinen Kopf stolperte. Bezeichnend für die Wolfsburger Saison, dass der ohnehin schon verletzungsanfällige Torjäger von einem eigenen Mitspieler an den Rand des Karriereendes gebracht wurde.
Prognose: Kein neuer Vertrag. Foucault hat in drei Jahren Wolfsburg exakt 58 Spiele bestritten - da macht Jeff Likens jedes Jahr mehr, wenn sein Team die Play-offs erreicht...
Sollte Foucault wieder Eishockey spielen können, sehen wir ihn vermutlich bei einem Team, dass sich diesen Umstand besser leisten kann (Qualität und Tiefe im Kader).

Marcel Ohmann
Ich bin prinzipiell ein Fan von Spielern wie Christoph Wietfeldt (TAFKAP), die mit purem Grit (Schneid, Willen) den Gegner an den Rand des Wahnsinns treiben und nebenbei auch noch den einen oder anderen Punkt buchen. Leider konnte Marcel die laufende Saison verletzungsbedingt wieder nicht nutzen, um sich in eine derartige Rolle hineinzuspielen.
Prognose: Die Wege der Grizzlys und Ohmanns trennen sich nach der Saison. Die Ü23 Positionen müssen sicherer besetzt werden.

Valentin Busch
Ordentliche erste Saison für Wolfsburg mit bisher 26 Einsätzen, begünstigt durch Verletzungschaos am Allersee. Offensiv überhaupt kein Faktor, machte der Youngster vor allem defensiv nicht den schlechtesten Job im diesjährigen Team. Hin und wieder etwas zu langsam in seinen Aktionen.
Prognose: Kampf mit Valentin um U23-Spot im Team.

Alexander Weiß
Sein letzter Ausfall markierte für mich so etwas wie ein vorzeitiges Ende der Saison für mich. In einer derart verkorksten Spielzeit braucht man nämlich vor allem eines: Eier! Und Alex Weiss hat zur Not gleich Eier für seine gesamte Reihe. Die teilweise nur als ängstlich zu bezeichnenden Auftritte unserer Grizzlys wären mit einem gesunden Weiss auf jeden Fall weniger deprimierend ausgefallen, vor allem nach der Rückkehr von Höhenleitner und Fauser.
Prognose: Wie man der Lokalpresse bereits entnehmen konnte, stehen die Zeichen laut Weiss auf Trennung. Angesichts der wenigen guten, für Wolfsburg bezahlbaren, deutschen Spieler auf dem Markt eine diskutable Entscheidung.

Nick Latta
Als Center für die 4.Reihe geholt, lieferte der Neuzugang auch exakt auf diesem Niveau. Solide, kampfbetont - mehr nicht.
Prognose: Wird seinen Vertrag bis Ende 2020 wohl erfüllen. Ich würde mir zwar eine Verbesserung auf dieser Position wünschen...aber vielleicht wird das ja noch.

Jason Jaspers
Kam als "Ersatz" nach dem frühzeitigen Aus der beiden Top-Center. Der Transfer, den man nur als Schnellschuss bezeichnen kann, ging weitgehend nach hinten los. Zu langsam, kaum Scoring-Touch und defensiv eine Zumutung. Jaspers hat seine besten Zeiten leider ganz weit hinter sich und füllte letztlich nur den Spielberichtsbogen.
Prognose: Geht.

Alexander Karachun
Jetzt wird es interessant. Kara ist nächste Saison kein U23-Spieler mehr und musste nun liefern, um sich eine der wenigen Ü23-Stellen im Sturm der Grizzlys zu sichern. Wegen des Verletzungschaos im Wolfsburger Team bekam er enorm viel Eiszeit und spielte dabei eine, für mich, überzeugende Saison an der Seite von ständig wechselnden Mitspielern. Besonders in den letzten Wochen ist dabei etwas in Gang gekommen, was für seine Zukunft äußerst wichtig erscheint: Karachun gelingt es zusehends besser, seine über den Sommer enorm aufgebaute Masse zielgerichtet einzusetzen! Für einen überdurchschnittlichen Power Forward in spe das Wichtigste überhaupt. Einen Spieler mit derartigen körperlichen Anlagen gepaart mit soliden spielerischen Fähigkeiten wird man wohl nur mit viel Glück neu verpflichten können.
Prognose: Es wird knapp für Kara. Angesichts des ewigen Verletzungspechs sollte man aber weiter auf ihn und seine stetige Entwicklung setzen. Nach den erzielten Fortschritten der laufenden Saison (zuletzt an der Seite von Latta und Aubin!!!) wäre es eine Sünde ihn genau jetzt abzugeben!

Marius Möchel
Nach verheißungsvollem Start (gehörte im chaotischen Saisonbeginn zu den Lichtblicken) verletzte sich auch Möchel. Nach seiner Rückkehr ins Team konnte der Neuzugang bisher nicht annähernd an seine zu Beginn gezeigten Leistungen anknüpfen. Eine solide Verpflichtung unseres Managers mit Potential für mehr.
Prognose: Erfüllt seinen Vertrag und könnte nächste Saison für eine Überraschung sorgen.

Christoph Höhenleitner
Wolfsburgs Dauerbrenner überzeugte zunächst, war zu Beginn mit Foucault sogar einziger Grizzly in wirklich guter Form. Dann die Verletzung nach einem Revanchefoul in Augsburg und sein starkes Comeback, gefolgt vom klassischen Leistungsloch nach längerer Auszeit.
Prognose: Vertrag ist verlängert (2020) und wird natürlich erfüllt. Zum Glück!

Petr Pohl
Bei Nürnberg auf dem Abstellgleis kam Pohl unter der Saison zu den verletzungsgebeutelten Grizzlys. Mit deutschem Pass und durchaus brauchbarer Punkteausbeute hat sich der 32jährige Stürmer für neue Aufgaben in der kommenden Spielzeit durchaus empfehlen können. Trotz seines Hattricks gegen Ingolstadt empfinde ich ihn weiterhin als Kringeldreher, dem einfach die Dynamik für den Spielstil in der DEL fehlt. Vor allem defensiv mit einigen Fragezeichen behaftet.
Prognose: Technisch begabt, aber mit wenig Durchsetzungskraft ausgestattet bleibt es wohl eine Frage der Grundausrichtung des Teams, ob Pohl einen Anschlussvertrag in Wolfsburg bekommen wird. Da uns in Wolfsburg das Geld für eine hochtalentierte "Künstlertruppe" fehlt, stehen die Zeichen wohl eher auf Trennung.

Jeremy Welsh
Neben Sparre die wohl beste Nachverpflichtung der Grizzlys.
Zwar wirkt der gelernte Center im Rückwärtsgang mal ab und zu etwas verwirrt, aber ansonsten stimmt beim kanadischen Stürmer so ziemlich alles, was man sich wohl von ihm erwartet hatte: Stark am Bullypunkt, gutes Auge für den Nebenmann (Machacek/Sparre), ordentliche Physis. Im Abschluss könnte er noch den einen oder anderen mehr versenken, aber da ist er ja nicht allein...
Prognose: Man wird wohl versuchen, seine Reihe für die kommende Saison unter Vertrag zu halten. Eine eingespielte 2.Reihe (?) könnte beim Neuaufbau sicherlich sehr hilfreich sein.

Gerrit Fauser
Schwache Rückkehr von seiner schweren Verletzung. Dann wieder verletzt...und wieder schwach zurückgekehrt. Im Saisonendspurt knüpft der Wolfsburger Nationalspieler langsam wieder an gewohnte Leistungen an, die man in der kommenden Saison auch bitter nötig haben wird.
Prognose: Erfüllt natürlich seinen Vertrag und wird uns mangels Finanzkraft dann als letzter verbliebener Nationalspieler nach Mannheim, Nürnberg, München, Köln, Düsseldorf, Berlin oder Ingolstadt verlassen. Sollte VW nicht doch noch die Portokasse öffnen und beim Eishockey ernst machen, wird er für lange Zeit unser letzter gewesen sein...
Nach VfL-Herren mit Stadion, VfL-Damen mit Stadion, DfB-Pokal und "die Mannschaft" rechne ich allerdings eher mit einem Engagement im brandneuen Marktsegment des Hundefußballs (mit Stadion), als mit einer Etaterhöhung beim EHC.

Brent Aubin
Brennt Aubin? Nein. Er glüht höchstens - und zwar vor Wut über seine eigenen Leistungen und handelt sich dann saudumme Strafen ein. Nichts, was ich menschlich nicht nachvollziehen könnte, aber auch nichts, was für eine Fortführung des Vertragsverhältnisses sprechen würde.
Nachdem man mit Mark Voakes das absolute Gehirn dieses Teams hat gehen lassen, litt keiner so sehr unter dieser Umstellung, wie Torjäger Aubin. Magere fünf Tore kann der sonst so zielsichere Stürmer in der laufenden Saison vorweisen und hat eigentlich zu keinem Zeitpunkt erkennen lassen, dass sich so etwas wie Besserung ergeben könnte - egal mit wem als Reihenpartner.
Prognose: Die Wege trennen sich, der noch laufende Vertrag wird wohl aufgelöst. Nach den zuletzt angebotenen Leistungen wäre es nicht verwunderlich, wenn er sich die eine oder andere verbliebene Partie sogar von der Tribüne aus angucken muss.

Sebastian Furchner
Startete extrem schwach und oft auch unglücklich in die Saison. Streckenweise musste man wirklich Angst haben, wenn Furchis Reihe das Eis betrat. Schwächephasen hatte es bei ihm, wie bei jedem Sportler, schon öfter gegeben, doch deren Länge nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Gegen Mitte der Spielzeit nahm die Formkurve dann aber endlich wieder Kurs gen Norden, so dass der Kapitän das Team mittlerweile auch wieder durch Leistung führen kann.
Prognose: Furchi ist für das Team und die Organisation enorm wichtig, da erzähle ich hier keinem was Neues. Wird seinen Vertrag wohl tatsächlich auf dem Eis erfüllen, wenngleich mir ein Stammplatz mit dem Leistungsquerschnitt dieser Saison große Bauchschmerzen machen würde. Hoffen wir auf eine letzte große Willensleistung unserer Nr.17!

Cole Cassels
Brauchte etwas Zeit, um sich auf europäischem Eis zurechtzufinden. Als 3.Reihe-Center geholt, zeigte der 23 Jahre junge Cassels einige gute Ansätze, musste dabei gerade zu Beginn plötzlich viel mehr Verantwortung übernehmen, als man für ihn vorgesehen hatte. Sollte die in ihn gesetzten Erwartung vermutlich größtenteils erfüllt haben. Defensiv ausbaufähig.
Prognose: Könnte aus finanziellen Gründen auch in der kommenden Saison eine Option sein; zudem muss Haskins ja auch bestimmte Anlagen bei ihm gesehen haben, die im Laufe der nächsten Jahre voll zum Tragen kommen könnten. Nicht vergessen: Der Junge ist 23 und das erste Mal außerhalb Nordamerikas unterwegs!

Spencer Machacek
Wenn im Team der Grizzlys überhaupt irgendjemand mehr gezeigt hat, als man erwartet hatte, dann Spencer Machacek. Der robuste Kanadier sprang in die Bresche, als das Scoring der Grizzlys völlig zum Erliegen kam. Eigentlich als Zwei-Wege-Stürmer vorgesehen ist er mittlerweile Torschützenkönig der Grizzlys mit 14 Saisontoren.
Prognose: Eine Vertragsverlängerung erscheint mehr als wahrscheinlich. Sowohl die individuelle Leistung, als auch der Ertrag seiner Stammformation lassen dies erahnen.

Daniel Sparre
Meist ein Quell der Freude für das leidgeprüfte Wolfsburger Publikum. Der 34jährigen Nachverpflichtung merkte man sein Alter zu keinem Zeitpunkt an, im Gegenteil: Häufig glänzte er durch enorme Schnelligkeit und den unbedingten Willen den Puck vor das gegnerische Tor zu bringen. Eigenschaften, die Teile des Teams immer wieder einmal komplett vermissen ließen. Manchmal etwas eigensinnig und defensiv nicht immer so verantwortungsvoll wie man es sich vielleicht wünschen würde. Top-Scorer und Top-Verpflichtung in dieser Spielzeit - und das mit deutschem Pass!
Prognose: Sparres Alter könnte bei einer Weiterverpflichtung hilfreich sein. Wenn man finanziell zusammenfindet, wird der kleine Flügelflitzer wohl in Wolfsburg bleiben.

Fazit:
Kann man die Reihe um Welsh halten, dann wird es wohl nur in der potentiell 1.Reihe mit 2 oder 3 Ausländern einen kompletten Neuaufbau geben. Ich würde hier 2 Ausländer bevorzugen, um 4 Lizenzen im Bereich Defensive vergeben zu können. Das Aufbauspiel unter Druck MUSS besser werden und mit dem bestehenden Personal sehe ich da kaum Grund zur Hoffnung.
Bei den deutschen Spielern im Sturm würde mich mehr als ein (U23) Zugang stark wundern. Bleiben wir mit unserem Verletzungsaufkommen endlich einmal im gängigen Rahmen, mache ich mir da auch nicht so große Sorgen. Die künftige Scoring-Line dürfte letztlich über das Wohl und Wehe der kommenden Saison entscheiden.
Ich wünsche unserem Manager für diese Aufgabe, dass er im richtigen Moment am richtigen Ort ist und vielleicht einmal wieder ein paar echte Volltreffer für uns landen kann!

Trainerstab

Cheftrainer
Hans Kossmann hat sich mit der Mission Play-offs in Wolfsburg keine große Freude gemacht. Das merkt man dem knorrigen Kanadier mit Schweizer Pass eigentlich bei jedem seiner Interviews an. Ähnlich reserviert reagiert der Wolfsburger Coach, der unter der Saison vom mangels Erfolg gefeuerten Pekka Tirkkonen übernahm, wenn ihn die Presse auf seine Zukunft in der VW-Stadt anspricht.
Während das angepeilte Ziel, die Play-offs, droht krachend deutlich verfehlt zu werden, wurden die angebotenen Leistungen des Teams im Laufe der Zeit deutlich stabiler. Nachdem nun wenig Hoffnung auf die Teilnahme an der schönsten Zeit des Jahres besteht, kommt es wohl doch noch zu Auflösungserscheinungen (s. letztes Spiel gegen Ingolstadt).
Prognose: Kossmann hat offenbar keine Lust auf die Grizzlys und die DEL. Ein Nachfolger ist hoffentlich schon in Arbeit. Sein Konzept der fest vergebenen Spiele für die beiden Goalies darf er gerne mitnehmen, ansonsten würden wir einen ausgesprochen kompetent agierenden Headcoach verlieren, der u.a. mit Steven Raabes Berufung auch positive Erinnerungen an dieses üble Saison zurücklassen würde.

Assistenztrainer
Niklas Gällstedt ist für die Defensive zuständig. Wir sind die Schießbude der Liga, selbst, nachdem sich unsere Personalsituation gefestigt hat. Mehr muss man eigentlich nicht schreiben. Will man Ergebnis und Verantwortliche nicht komplett entkoppeln und alles, wirklich alles auf die Umstände schieben, dann ist diese Personalie völlig klar.
Prognose: Der schmale Etat ließ wohl andere Baustellen zunächst wichtiger erscheinen. Die Wege der Grizzlys und Gällstedt trennen sich. Meiner Meinung nach einige Monate zu spät.
Eine Verpflichtung von Miloslav Horava wäre für mich, nebenbei bemerkt, ein echtes Highlight. Noch nie habe ich die Auswirkungen eines Defensivcoaches so deutlich sehen dürfen, wie in der kurzen Zeit, in der der tschechische Defensivspezialist bei uns 2016/2017 seinen Dienst verrichtete. Gerade die momentanen Sorgenkinder Wurm und Krupp agierten damals wie verwandelt und glänzte durch viel Autorität und gut koordiniertes Körperspiel. Nur so 'ne Idee...

Fazit:
Auf den Trainerpositionen kommt es wohl zum nächsten Neuanfang. Untypisch für die sonst so stoisch agierenden Grizzlys (Mikes, Krinner, Gross).
Konnte man Tirkkonen noch als Bob-Leslie-Äquivalent abtun, so wäre ein erneuter Wechsel schon etwas gefährlich, muss man sich doch frühzeitig für die erste Saison mit Abstieg (20/21) präparieren! Denn eins scheint fest zu stehen: Ohne überragendes Teambuilding, klare Identität und den einen oder anderen Volltreffer auf dem Transfermarkt, gehören wir schon rein von unseren finanziellen Möglichkeiten immer zu den gefährdeten Teams. Mit steigender U23 Zahl wird sich die Lücke zwischen armen und reichen Clubs zudem weiter öffnen und ohne zweite Eisfläche besteht auch hier nur wenig Hoffnung auf hausgemachte Lösungen. Viel Arbeit für Charly in den nächsten Jahren! mb

EHC - Düsseldorfer EG 2:3 n.P.

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Passt schon

Nach zuletzt drei Siegen in Folge und reichlich Wiedergutmachung für den bisherigen Saisonverlauf, sollte gegen die DEG nun der gute Lauf am Leben gehalten werden.
Doch die Gäste vom anderen Tabellenende sollten sich als äußerst spielfreudiger und zunächst auch dominanter Gegner herausstellen.
So gelang es den Grizzlys in den ersten zwanzig Minuten nur äußerst selten, sich dem Angriffsdruck der DEG zu entziehen und Goalie Kuhn hatte alle Hände (und Beine) zu tun, um den ersten Torerfolg der Gäste zu verhindern. Immer wieder setzte sich Düsseldorf im Wolfsburger Drittel fest und feuerte, meist aus der Distanz, aus allen Rohren.
Den einzigen Treffer des ersten Drittels erzielten trotzdem die Grizzlys. Nachdem Höhenleitner einen Düsseldorfer Klärungsversuch aufmerksam an der Bande abgefangen hatte, ging es ganz schnell: Querpass auf Möchel, Rückgabe in den hohen Slot auf Wurm, Hammer und...Tor zum 1:0 bereits in der 4. Spielminute.
Doch ansonsten war von Wolfsburgs Offensive wenig zu sehen, selbst in Überzahl (ab 9.) blieb der Gastgeber weitgehend harmlos.
Egal wer es auf DEG-Seite versuchte, ob der starke Gogulla (mehrfach), Strodel, Pimm und wie sie alle heißen - alle scheiterten am Wolfsburger Schlussmann, einem beherzten Block oder der eigenen Ungenauigkeit. Mit dem mehr als schmeichelhaften 1:0 ging es somit für die Hausherren auch in die erste Pause, wo man sich in Sachen Angriffsbemühungen offenbar Besserung gelobte.
Mit umgekehrten Vorzeichen starteten die beiden Kontrahenten ins Mitteldrittel. Plötzlich waren die Grizzlys die tonangebende Mannschaft und setzten die Gäste in deren Abwehrzone fest - beide Teams nahmen nun die klassische Rollenverteilung von Heim- und Auswärtsmannschaft ein. Das Ergebnis war dabei nahezu das gleiche wie im ersten Drittel: Die spielbestimmende und aktivere Mannschaft biss sich die Zähne an der Defensive des Gegners aus, die auf Konter lauernde verbuchte das Zählbare. So reichte den Gästen ein einziger schlecht getimter Wechsel der Grizzlys, um durch Kretschmann (28.) zum insgesamt verdienten, aber zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen überraschenden Ausgleich zu kommen. Nachdem seine Sturmkollegen die 3-2 Überzahl schön ausgespielt hatten, vollstreckte der Stürmer der DEG eiskalt ins kurze Eck.
Und Wolfsburg zeigte Wirkung! Für einige Minuten übernahm wieder der Gast das Zepter auf dem Eis, setzte die Hausherren verstärkt unter Druck und zwang diese fast komplett in die Defensive. Nach einem äußerst harten Call gegen Wolfsburgs Bergman wegen Haltens (leichtes Schieben traf es wohl eher) folgte nicht nur das nächste Powerplay der Gäste, sondern leider auch das nächste Tor. Wolfsburg geriet gegen Ende der Strafzeit unter Dauerbeschuss und konnte den Puck einfach nicht mehr aus dem Drittel bringen. Der x-te Schuss durch Nowak zappelte dann schließlich im Netz (33.) und Wolfsburgs Goalie war zum zweiten Mal geschlagen.
Fast postwendend rissen sich die Grizzlys aber wieder zusammen und starteten nun ihrerseits einen Sturmlauf auf das von Wentzel hervorragend gehütete DEG-Gehäuse.
Ebenfalls im Powerplay gelang dann auch den Gastgebern ihr zweiter Treffer: Ein Lattenknaller durch Cassels ging umgehend wieder in die Rotation der Grizzlys. Pohl nahm den Puck vor dem Tor auf und legte zurück auf Bergman, der den Finger bereits am Abzug hatte. Das folgende Geschoss fälschte Wolfsburgs Kapitän unters Dach des Düsseldorfer Tors (38.) zum leistungsgerechten 2:2 Ausgleich ab.
Eine intensive und hart umkämpfte Partie nahm auf im dritten Spielabschnitt ihren Lauf, wobei beide Teams immer wieder die Chance hatten, das Spiel zu entscheiden.
Vor allem die Grizzlys hatten u.a. durch Welsh (Außenpfosten und Außennetz) und Pohl (zwei Alleingänge mit eher schwachem Abschluss) gleich eine Vielzahl an Chancen, die dringend benötigten drei Punkte einzufahren. Aber auch die Gäste blieben durch Konter stets gefährlich und konnten mit einer späten Strafe (59.) gegen Bergman die Schlussphase und den Auftakt der Verlängerung mit Vorteilen für sich gestalten.
Nur Tore wollten keine mehr fallen, so dass der Shoot-out die Entscheidung bringen musste.
Dort behielt im Duell der Goalies Düsseldorfs Wentzel die Oberhand und musste sich bei sechs Wolfsburger Schützen lediglich William Wrenn (sic) geschlagen geben.
Für die DEG waren indes Descheneau und Henrion erfolgreich, wobei beide bereits einen Penalty an den Pfosten gesetzt hatten. Die Ausführungen der Grizzlys hingegen ließen zum Teil arg zu wünschen übrig.
So ging der Extrapunkt etwas unglücklich an die Gäste vom Rhein.

Teamcheck

Tor
Den ausgerufenen "Spielplan" der Goalies, der praktisch unabhängig von den jeweiligen Leistungen die Einsätze der beiden Torhüter der Grizzlys regelt, haben wir wohl liga-exklusiv. Wo sonst darf ein Goalie nach starken Leistungen und einem 0:7 shutout die nächsten beiden Spiele nur zuschauen?
In diesem Fall war das, bis zum Penaltyschießen, ein Glücksfall für Wolfsburg, da Kuhn besonders im ersten Drittel bärenstark alles zunichte machte, was teils verdeckt auf sein Gehäuse einprasselte. Im Shoot-out hätte man sich dann allerdings eher einen Kurzeinsatz von David Leggio gewünscht...

Verteidigung
Raabe mit überschaubarer Eiszeit, hatte beim 1:1 keine Schuld, als die Wolfsburger Stürmer im Rücken des Geschehens allesamt zum Wechsel fuhren.
Wrenn steigert sich im Laufe der Saison immer weiter, ist mittlerweile, ebenso wie Krupp ein solider Stay-at-home Verteidiger, obwohl Björn ja mittlerweile die eine oder andere offensive Anwandlung auslebt.
Bergman weiterhin defensiv grenzwertig, offensiv eine Waffe.
Likens stabil. Dehner endlich wieder mit mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein unterwegs, narrt die Gegner mit Körpertäuschungen reihenweise und glänzt mit viel Spielübersicht.
Bei Wurm kann auch sein Tor letztlich nicht über die eine oder andere Unsicherheit im eigenen Drittel hinwegtäuschen.

Sturm
Die Reihe um Welsh macht weiter einen überdurchschnittlich guten Job, hatte im Abschluss diesmal allerdings reichlich Pech.
Furchi bleibt weiter im Aufwind und dürfte sich bereits ins Team für die kommende Saison gespielt haben. Das ist natürlich ein Glücksfall für die Grizzlys, ebenso wie die starken Comebacks von Höhi und Fauser, die dem Team endlich die Tiefe und Stabilität verliehen haben, die schon länger fehlte. Karachun mit streckenweise brachialer Energieleistung, stach mit seinem unbändigen Einsatz im teilweise doch etwas steif wirkenden ersten Drittel deutlich heraus. Empfiehlt sich weiter für eine Verlängerung.
Pohl leider als Chancentod unterwegs, zeigt aber vermehrt besseres Verständnis für seine Mitspieler. Möchel und Latta solide, Cassels durchwachsen.
Aubin - ohne Worte. mb

EHC - Eisbären Berlin 4:2

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Ein bisschen Spaß muss sein...

Nach sechs Niederlagen in Folge schenken die Grizzlys ihren Fans endlich wieder einen Sieg - und ein durchaus vorzeigbares Spiel obendrein.
Ausgerechnet gegen den Rivalen aus der Hauptstadt schaffte man, was viele Spieltage nicht möglich schien: Akzeptable Chancenverwertung und gleichzeitig nicht zu viele Patzer in der Defensive.
Begünstigt wurde dieses mittlerweile seltene Ereignis durch nicht allzu gefährliche Gäste aus Berlin und einen überragend aufgelegten David Leggio im Tor der Grizzlys.
Dabei bekamen die rund 3700 Zuschauer, unter ihnen rund 800 lautstarke Fans aus dem Osten, ein abwechslungsreiches Spiel geboten, dass vor allem im ersten Spielabschnitt aus der beherzten Abwehrarbeit beider Teams viel Spannung zog. Denn egal wie groß die Einschussgelegenheiten auch hüben wie drüben waren: Stets war entweder der Stock eines Verteidigers oder der gegnerische Torwart noch am Puck. Während die konsequent forecheckenden Berliner zunächst die Mehrzahl an Chancen verbuchen konnten, hatten die Gastgeber insgesamt betrachtet die deutlicheren.
Die größte Möglichkeit stand dann auch symbolisch für diesen ersten Abschnitt: Spencer Machacek hatte Hördlers Puckverlust blitzschnell genutzt, um vors Tor der Eisbären zu ziehen (10.). Seine Rückhandablage in den Slot nahm der mitgelaufene Sparre dankbar auf, nur um aus allernächster Distanz den Schläger des einzigen Spielers zwischen sich und dem leeren Tor zu treffen.
Auffällig bis zum ersten Pausenpfiff: Trotz sichtbar hohem Engagement gelang den Hausherren kaum ein vernünftiger Aufbau, wenn der Gast den Druck erhöhte. Dank mangelhafter Positionstreue fanden die Klärungsversuche der Grizzlys immer wieder den leeren Raum oder den heraneilenden Eisbär.
Ohne Tore ging es zum ersten Mal in die Pause, die Stimmung unter den Eisbärenfans blieb zunächst bestens...
Das sollte sich im Mitteldrittel allerdings schnell geben. Mit einer Strafe gegen die Gäste hatte das erste Drittel geendet und sollte (ein typisches Powerplay der Grizzlys später) auch so weitergehen. Denn bereits in der 25.Minute wanderte mit Richmond der nächste Berliner in die Kühlbox. Einer hatte nun aber vom ewigen Wolfsburger Überzahldrama die Schnauze gestrichen voll: Daniel Sparre verschwendete nicht viel Zeit mit Aufbau der Formation, sondern nagelte den Puck direkt nach Annahme des ersten Passes in den Winkel des Eisbärengehäuses (25.). Der Bann war gebrochen. Wolfsburg agierte nun zunehmend souveräner, leistete sich kaum noch Fehler im Aufbau, während die Gäste sichtbar um eine schnelle Antwort bemüht waren. Doch Wolfsburg hielt dem erneut aufflammenden Druck der Eisbären sehenswert stand und nutzte jede Möglichkeit um für Entlastung zu sorgen. Und wie das mit den Scheiben zum Tor halt so ist - je mehr, desto besser. Diese Weisheit schien auch Cole Cassels gegenwärtig, als er zur Mitte der Begegnung einfach mal den Puck von weit außen zum Tor brachte (querlegte, schoss oder passte?) und Berlins Goalie sich das Spielgerät kurzerhand selber mit der Kelle ins Netz bugsierte (30.). Riesenjubel bei den Braunbären, leichtes Schockmoment bei den Vertretern vom Polarkreis. Auch das Wolfsburger Publikum hatte die Seinen nun endgültig wieder ins Herz geschlossen und unterstützte die teils etwas hilflos wirkenden Bemühungen seiner Fankurve.
Doch kein Spiel ohne Aussetzer im Wolfsburger Team: Wenige Sekunden vor der zweiten Pause war es dann wieder soweit. Berlins Backman hatte sich unbemerkt in den Rücken von Bergman und Co. geschlichen und nahm den langen Pass seines Teamkameraden dankbar zum Alleingang auf. Dass er kurz vor der Sirene am überragenden Leggio scheiterte, darf getrost als Knackpunkt des Spiels betrachtet werden. Eine Trottelei war tatsächlich einmal unbestraft geblieben! Es sollte allerdings nicht die letzte bleiben...
Wolfsburg schaltete zum Auftakt des Schlussabschnitts in den Konter-Modus, spielte tatsächlich situationsgerecht und sorgte immer wieder für brandgefährliche Szenen vor Poulin im Tor der Gäste. Eine kurze Druckphase der Grizzlys (47.) brachte dann schließlich den entscheidenden Treffer zum 3:0. Berlins Torhüter hatte nach einem Querpass von Jaspers etwas zu euphorisch die Seite gewechselt und somit erneut Sparre den Winkel zum "Schuss" in die lange Ecke gegeben. Im Prinzip hatte der Wolfsburger Torjäger die Scheibe nur an Poulin vorbei gelegt, was irgendwie etwas von Zeitlupe hatte.
Wenn Wolfsburg von der Spielgestaltung her überhaupt irgendeinen Fehler in diesem Spiel machte, dann war es der Verwaltungsversuch in den letzten 10 Minuten der Begegnung.
Kaum hatte Sparre einen weiteren Alleingang nicht erfolgreich abschließen können, fingen sich seine Kollegen einen völlig überflüssigen Penalty. Aubry war (bei Unterzahl!) ebenso alleine durch die Wolfsburger Reihen geschlüpft und konnte nur noch per Foul gestoppt werden (51.).
Wieder rettete Leggio seinen Farben die mittlerweile komfortable Führung!
Wenig später war es trotzdem soweit: Backman durfte bei einer Torraumszene die Scheibe ungehindert unter Leggios Schoner ins Gehäuse stochern (54.) und dem Kampf um die Punkte neues Leben einhauchen. Das wäre kaum weiter tragisch gewesen, wenn Wolfsburg nicht weiter auf Defensive gesetzt und Jason Jaspers nicht noch eine weitere Dummheit rausgehauen hätte. Im eigenen Drittel versuchte der routinierte Center tatsächlich einen durch die Luft fliegenenden Puck weit über Kopfhöhe quer (!) zu klären.
Das Spielgerät landete prompt im Netz und Wolfsburgs Senior auf der Strafbank.
Die Gäste bedankten sich artig (58.) mit einem unhaltbar von Kapitän Rankel abgefälschten Powerplaytor zum 3:2 Anschluss.
Die heiße Schlussphase weckte nun auch die zwischenzeitlich etwas resigniert wirkenden Eisbärenfans, so dass die Halle dem Finale dieser Begegnung "entgegen kochen" konnte.
Passenderweise setzte mit Sebastian Furchner dann der andere Kapitän den Schlusspunkt unter dieses stimmungsvolle Derby. Sein Schuss ins leere Tor der Gäste (59.) beendete 80 Sekunden vor der Sirene die Ambitionen der Eisbären vorzeitig und schickte die Heimfans endlich einmal wieder mit guter Laune in Richtung Arbeitswoche.
Hochverdient danach die Ehrung durch die Fans, auch wenn die "Humba" als Kontrast zum am Freitag Gesehenen doch etwas seltsam erschien.

Teamcheck

Tor
Leggio über jeden Zweifel erhaben. Allein der abgewehrte Alleingang zum Ende des 2.Drittels und der gehaltene Penalty im Schlussabschnitt machten dieses Mal den Unterschied. Obendrauf gab es noch weitere Top-Reflexe. Einfach überragend an diesem Abend.

Verteidigung
Viel Druck von Berlin erzeugte entsprechend viele Abspielfehler der Wolfsburger Defender.
Likens und Krupp machten im ersten Drittel beim Versuch zu befreien nicht immer den besten Eindruck, während Bergman mit einem eklatanten Stellungsfehler fast das Mitteldrittel "veredelt" hätte. Wurmi weiter etwas zu langsam, Dehner und Wrenn (!) mit der stabilsten Vorstellung.
Dank der chaotischen Laufwege ihrer Stürmerkollegen konnten die Verteidiger allerdings nicht besonders gut aussehen, so dass für mich in diesem Bereich eher der positive Eindruck des bedingungslosen Dagegenhaltens im Vordergrund steht.

Sturm
Gegnerisches Forechecking fruchtet meistens dank der zu defensiven, fast schon schüchternen Arbeit der Wolfsburger Stürmer. Die Gegenspieler müssen hier einfach heftiger beackert werden und nach Puckgewinn vorhersehbare Anspielstationen für die Verteidiger geschaffen werden. Das will und will dieses Jahr einfach nicht passen.
War man erst einmal raus aus dem eigenen Drittel, ging dieses Mal alles schon etwas leichter von der Hand. Lediglich die Chancenverwertung bereitete im ersten Drittel noch etwas Kopfzerbrechen bei den Grizzlys. Leider nichts Neues.
Dann glänzte vor allem die Reihe um Daniel Sparre, der mit Machacek einen guten Vorlagengeber an seiner Seite hatte und mit Welsh insgesamt eine harmonierende Reihe bildete. So könnte auch eine Reihe der neu zu formierenden Mannschaft 19/20 aussehen...
Besonders erfreulich: Unser Kapitän entwickelt in den letzten Wochen tatsächlich eine Form, die ein weiteres Jahr im aktiven Dienst absolut wünschenswert erscheinen lässt. Wie geil ist das denn bitte? Dazu ein Höhi, der seinen Aggro-Level langsam wieder hochfährt...vielleicht haben wir dieses Jahr doch noch das eine oder andere Mal richtig Spaß. Wer weiß? mb

EHC - Krefeld Pinguine 4:5 n.V.

  • Geschrieben von Martin
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Krampf und Kampf

Die Grizzlys treten weiter auf der Stelle - und das hat mittlerweile langfristige Konsequenzen.
Nach der nun dritten Niederlage gegen den direkten Konkurrenten um Platz 10 dürfte der Play-offs Zug nun ohne die Wolfsburger abgefahren sein. Den Rest der Saison geht es für den Kader der Niedersachsen wohl eher um Empfehlungen für eine Zukunft im bezahlten Eishockey, denn um sportliche Erfolge.
So wirkte das erste Drittel gegen den Gast aus Krefeld zunächst zwar ausgeglichen, aber das mäßige Zusammenspiel und der fehlende Spielfluss auf Seiten der Grizzlys zieht sich weiter wie ein roter Faden durch diese Saison.
Während auf Seiten der Gastgeber zunächst mit Sparre, Welsh und Karachun die üblichen Verdächtigen für überschaubare offensive Akzente sorgten, gaben sich die Pinguine wesentlich zielstrebiger und klarer in ihren Spielzügen.
Ironischerweise fiel Krefeld Führung dann eher durch einen dummen Zufall: Nachdem Wolfsburgs Bergman den Puck vorm eigenen Tor ins Gesicht bekommen hatte, sammelte Berglund das Spielgerät ein und spielte es einfach mal vor das Wolfsburger Gehäuse (11.). Von Cassels Schlittschuh ging der Puck unhaltbar hinter Leggio in die Maschen und stellte somit die glückliche, aber nicht unverdiente Führung der Gäste her.
Wolfsburg reagierte mit viel Kampf und Einsatzwillen, aber zunächst ohne die zündenden Offensivideen, blieb vorm Tor der Gäste einfach zu harmlos.
Als zum Auftakt des Mittelabschnitts dann prompt das 0:2 fiel, schien die Partie den Gang der letzten drei Spiele (und so vieler zuvor) zu nehmen.
Doch die Grizzlys hatten für ihre Fans noch eine Überraschung parat: Wie aus dem Nichts übernahmen nach dem zweiten Krefelder Tor die Hausherren komplett das Kommando auf dem Eis und entwickelten den seit einigen Zeit so schmerzlich vermissten Druck auf das Gehäuse des Gegners. Plötzlich war im Spiel der Gastgeber so etwas wie Forechecking zu beobachten - die Gäste aus Krefeld schienen ebenso überrascht wie der heimische Anhang und gerieten umgehend ins Schwimmen.
Satte 3 Tore markierten die Grizzlys in den folgenden drei Minuten und spielten dabei sich selbst und ihre Fans geradezu in einen Rausch.
Machacek (22.), Furchner (23.) und Wrenn (25.) nutzten die Konfusion im Gästeteam, um die Partie im Handstreich zu drehen. Alle drei Treffer wurden letztlich durch konsequenten Druck auf die gegnerische Abwehr und energisches Nachsetzen in Richtung Tor ermöglicht - die Grizzlys schienen auf einmal wieder im Modus der Heimspiele gegen Straubing und Augsburg.
Für einige Minuten durften sich die Fans des Wolfsburger DEL-Ligisten noch dieser Illusion hingeben, dann folgten die bereits obligatorische überflüssige Strafe und das Powerplay-Tor der Gäste (31.) durch Bruggisser.
Schon hatten die Pinguine wieder das Sagen und profitierten, nicht zuletzt auch wegen zwei saudummer Strafen durch Brent Aubin, vom neuen Schwung bis weit ins letzte Drittel hinein.
Und doch kamen die Gastgeber noch einmal zurück auf die Siegerstraße! Erneut Furchner hatte ein scharfes Anspiel in den Slot über Pätzold gelupft (49.) und somit die etwas schmeichelhafte 4:3 Führung der Grizzlys ermöglicht.
Aber wie so oft in dieser Spielzeit fanden die Männer in orange noch einen Weg zu verlieren.
Sowohl in der 58.Minute als auch in der folgenden Overtime (61.) ließen die Hausherren die nötige taktische Disziplin und vor allem auch Handlungsschnelligkeit vermissen und kassierten tatsächlich noch zwei Gegentreffer zur 4:5 Niederlage nach Verlängerung.
Erneut Berglund und zu guter Letzt Pietta waren die Torschützen, die das Krefelder Glück perfekt machten.
Es bleibt also eine frustrierende Saison, die nun reichlich trostlos ihrem frühen Ende entgegen strebt.

Teamcheck

Tor
Leggio mit solidem Auftritt. Beide Distanzschüsse kann, muss man aber nicht halten.
Weiterhin keine Probleme auf dieser Position.

Verteidigung
Krupp und Dehner beim 4:4 atemberaubend schwer von Kapee. Berglund ist längst über alle Berge, als die beiden endlich den Puckverlust der Grizzlys als Anlass zur Umkehr nehmen.
Insgesamt solide, aber unter Druck und im Aufbauspiel weiter sehr ausbaufähig, was die Wolfsburger Verteidiger zeigen. Stillstand. Leider.

Sturm
Aktivposten Sparre weiter im Produktionsloch, ansonsten neben Welsh (diesmal beim 4. und 5. Gegentreffer defensiv extrem schwach) und Karachun der einzige, der Spiel für Spiel Dauerpower liefert. Diese Energie hatte dieses Mal auch Kapitän Furchner am Start, der mit 2 Toren und 3 Punkten "Man of the match" auf Seiten der Grizzlys war. Dass es nicht zum Sieg reichte, lag vor allem an der insgesamt zu langsamen und einfallslos wirkenden Spielweise aller Sturmreihen, die lediglich im Mitteldrittel einmal für ein paar Minuten den Turbo zündeten. Auch die Idee unseres Trainers bei 3 gegen 3 Furchi aufs Eis zu schicken, erschließt sich mir nicht. Seine Geschwindigkeit und Zweikampfhärte sind einfach nicht mehr auf dem nötigen Niveau!
Mit Jaspers (lahm), Aubin (dämliche Fouls), Pohl (Kringeldreher) und Busch (noch kein DEL-Niveau) hatte zudem jede Reihe ein mehr oder weniger kleines Manko durch zu schleppen, was natürlich letztlich der fulminanten Verletzungssituation geschuldet ist.
Mit Elkins, Albert, Foucault, Fauser, Weiß, Höhenleitner, Ohmann und Valentin fehlen den Grizzlys nicht nur fast drei komplette Angriffsreihen, sondern trotz Ersatz weiter reichlich Qualität. Vielleicht können nach der Rückkehr des einen oder anderen noch einmal in paar schöne Spiele abgeliefert werden. Der Glaube daran fehlt mir allerdings mittlerweile. mb

EHC - Red Bull München 0:4

  • Geschrieben von Martin
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Zu wenig Dampf im Kessel

Nach dem desaströsen Auftritt in Bremerhaven wollten die Grizzlys vor eigenem Publikum Wiedergutmachung betreiben. Das sollte leider kaum gelingen, denn der Gast aus München präsentierte sich vom Anpfiff weg als hochkonzentrierter und leider auch konditionell wesentlich frischerer Gegner.
So verbrachten die Grizzlys fast die gesamten ersten 20 Spielminuten mit verbissener Abwehrarbeit gegen die schier endlos auf sie einstürmenden Angriffswellen des Meisters.
Die wenigen offensiven Entlastungsaktionen der Gastgeber verpufften allesamt gefahr- und meist auch wirkungslos. München indes zog seinen Belagerungsring um Wolfsburgs Gehäuse immer wieder enger und enger - nur ein Tor wollte den Gästen gegen den teils überragend agierenden Jerry Kuhn im Gehäuse der Grizzlys nicht gelingen.
Dass Anzahl und Intensität der Wolfsburger Angriffe gegen Ende des Drittels zunahmen, sollte zunächst auch ein Fingerzeig für den Mittelabschnitt sein. Bei eigener Überzahl (ab 19.) ließen die Hausherren dieses erste Drittel mit einigen Halb-Chancen ausklingen, fingen sich dabei aber fast den schon obligatorischen Shorthander gegen Münchens Spitzen-Penalty-Killing. Doch auch hier behielt Kuhn gegen seinen ehemaligen Teamkameraden Voakes die Oberhand.
Das Mitteldrittel sollte mit der ersten und leider einzigen Druckphase der Grizzlys beginnen. Als Münchens Bodnarchuk in der 23.Minute gleich zum zweiten Mal der Strafbank einen Besuch abstattete, zogen die Hausherren endlich ihr eigenes Angriffsspiel etwas überzeugender auf. Doch sowohl Aubin als auch Sparre und Cassels konnten die sich nun bietenden Chancen nicht nutzen - Wolfsburgs nun erhöhte Zweikampfintensität sollte sich nicht auszahlen.
Im Gegenteil: Gleich der erste wirklich flüssig vorgetragene Angriff der Gäste führte zum 0:1 durch Abeltshauser, der völlig freistehend eine Ablage in den hohen Slot verwerten konnte (28.). Mit Sebastian Furchner befand sich sein direkter Gegenspieler leider noch auf der Suche nach seinem Stock. Der Wolfsburger Kapitän kam letztlich zu spät, um den Abwehrhünen der Bullen am Torschuss zu hindern.
Hatte der erste Treffer der Gäste noch ein wenig mit Glück zu tun, so glänzte München bei Ehliz' 0:2 in der 34.Minute und auch vier Minuten später bei Eders 0:3 mit enormer Pass-Sicherheit und viel Durchsetzungsvermögen. Ehliz hatte nach einer sehenswerten Kombination völlig freistehend einnetzen können, Tobias Eder verwertete - schwer bedrängt - ein Anspiel seines Bruders unhaltbar aus dem Gewühl.
Das Spiel fühlte sich entschieden an...und war es auch.
Wolfsburg fand in den folgenden zwanzig Minuten zu keinem Zeitpunkt einen Weg zurück in diese Partie. Die immer müder und langsamer agierenden Grizzlys hielten zwar mit allem, was sie noch zu bieten hatten, dagegen, aber München leistete sich keine Ruhepause und hielt die Gastgeber immer weiter auf Trab.
Das 0:4 durch Yannik Seidenberg (43.) entschied die Begegnung dann auch vorzeitig auf dem Scoreboard, so dass der Rest des Spiels aus Wolfsburger Sicht eher in die Kategorie "Schadensbegrenzung" fiel.
Mit viel harter Arbeit und auch etwas Glück retteten die Hausherren dieses ohnehin schon deprimierende Ergebnis ins Ziel. Eine kurze Drangphase zum Ende der Begegnung sollte den rund 3800 Zuschauern leider auch keinen Ehrentreffer, und damit die Gelegenheit wenigstens einmal noch im alten Jahr zu jubeln, schenken.
Ernüchternd, wie schon das gesamte Wolfsburger Eishockeyjahr 2018, endete diese Partie mit einer völlig verdienten 0:4 Niederlage.

Teamcheck

Tor
Jerry Kuhn in absoluter Gala-Form verhindert ein ähnliches Debakel wie an der Küste.
Unser Trainer scheint momentan ein gutes Gespür für den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt zu haben, überzeugte doch auch David Leggio bei seinen letzten Einsätzen. (Selbst, wenn Kuhn vorher gut gehalten hatte...)

Verteidigung
Wie Wrenn und Bergman es schaffen, gemeinsam eine so gute +/- Bilanz auf die Beine zu stellen - es bleibt weiter ein Rätsel. Fehlpässe und mangelndes Durchsetzungsvermögen zeichnen das Spiel der beiden Neuzugänge. Kaum ein Spiel, in dem man sich nicht über dieses Duo ärgern muss. Bergman bleibt dank guten Offensivaktionen und deutschem Pass das kleinere, eventuell auch in der kommenden Saison zu verantwortende Übel.
Wurm steckt im ohnehin aus dem letzten Loch pfeifenden Team offenbar am deutlichsten in der Konditionskrise. Nach Puckannahme benötigt der sonst so zuverlässige Defender mittlerweile viel zu lange, um eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu treffen. Wie wir "Wurmi" kennen, wächst sich das aber bald wieder aus.
Der Rest agierte eigentlich recht souverän (Raabe ohne Einsatzzeit), litt aber sichtbar unter der mangelnden Unterstützung seiner Vorderleute.

Sturm
Wenn man in dieser Liga nicht topfit und hochmotiviert an den Start geht, dann kann das so wie die letzten beiden Spiele ausgehen. Die Motivation bzw. der Einsatzwille schienen jeweils in Ordnung zu sein, die Fitness hingegen...
Gerade, weil das Team kaum Möglichkeiten hatte sich in bleibenden Konstellationen einzuspielen, muss in dieser Saison vieles über Willen und Fitness gepaart mit einer möglichst einfachen Spielweise gelöst werden. Wenn keine 100 Prozent möglich sind, werden die meisten Begegnungen relativ schnell zu sehr deprimierenden Veranstaltungen.
Neben Jeremy Welsh machte im Angriff eigentlich kein einziger Akteur auf mich den Eindruck, dass er die nötige Intensität und Schnelligkeit aufs Eis bringen könnte. Der Rattenschwanz an Konsequenzen unserer Verletzungssorgen wird uns wohl bis zum (vorzeitigen) Saisonende begleiten. Schade. mb

EHC - Augsburger Panther 4:2

  • Geschrieben von Martin
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Caramba, Karachun!

Viel mehr Überraschung als in diesem Spiel ging wohl kaum. Ohne den aus geburtstechnischen Gründen verhinderten Spencer Machacek angetreten, besiegten die Grizzlys in einer spannenden und überaus unterhaltsamen Partie den Tabellendritten aus Augsburg. An einem Mittwoch und vor reichlich trister Kulisse (2005 Zuschauer inkl. 30 Gästen) hatte wohl kaum jemand mit einer derartigen Willensleistung der Hausherren gerechnet.
Der Beginn verhieß dann zunächst auch Großes: Ganze 39 Sekunden waren gespielt, da lagen sich Spieler und Fans der Grizzlys bereits das erste Mal in den Armen und feierten, wohl etwas ungläubig, das schnelle Führungstor ihrer Farben. Alex Karachun hatte sich energisch vor dem Kasten der Panther positioniert und versenkte Aubins scharfe Hereingabe im Gehäuse der Gäste. Die erste Freude war kaum verflogen, da zeigten die Gäste auch schon, warum sie aktuell am anderen Ende der Tabelle zu finden sind. Wütende Angriffe rollten ein ums andere Mal auf den von Jerry Kuhn gehüteten Kasten. Immer wieder stand der Wolfsburger Goalie nun im Fokus und sicherte seinem Team gleich mehrfach mit guten Reaktionen den unverhofften Vorsprung
In der 6.Minute war es dann trotzdem soweit: Die Bemühungen der Gäste fanden nach einer Unachtsamkeit in Wolfsburgs Defensive mit Trevelyans Ausgleich ihre Belohnung.
Als zwei Minuten später der bis dahin so glänzend aufgelegte Kuhn auch noch zum 1:2 patzte, schien die Begegnung den befürchteten Verlauf zu nehmen. Wolfsburgs Köpfe gingen runter, Selbstbewusstsein und Übersicht waren wie weggeblasen - Chaos und Panik schlichen sich einmal mehr ins Spiel der Grizzlys.
Mit einer ordentlichen Portion Glück überstanden die Gastgeber die folgenden Minuten schadlos und konnten zum Drittelende hin (dank einer Überzahl) zumindest wieder etwas mehr Kontrolle in die Partie bringen.
Was allerdings während der folgenden Pause in der Kabine der Grizzlys los war, bleibt wohl intern. Fakt ist: Es zeigte erstaunliche Wirkung!
Mit dem Messer zwischen den Zähnen legte Wolfsburg den nächsten Blitzstart hin - und wurde erneut belohnt. Augsburgs Torhüter machte es seinem Pendant nach und ließ den bereits gefangenen Puck über die Schulter ins Tor fallen (24.), Nick Latta freute sich infolgedessen über seinen dritten Saisontreffer und die Halle war nun endlich wieder wach!
Es folgte ein herrlich anzusehendes schnelles Spiel mit Chancen auf beiden Seiten - ein nach den letzten Spielen kaum für möglich gehaltener Umstand. Auf Seiten der Grizzlys tat sich in dieser Phase vor allem Daniel Sparre als unermüdlicher Sturmläufer, auf Seiten der Augsburger Matt White als ständiger Gefahrenherd hervor.
Den einzigen weiteren Treffer dieses Spielabschnitts schoss dann aber jemand, dem man es als aufmerksamer Beobachter dieser haarsträubenden Saison wohl am meisten gönnt: Brent Aubin war es, der einen mit Mühe abgewehrten Schuss von Karachun zum viel umjubelten Führungstreffer einnetzen konnte (38.).
Gleich reihenweise ließen die Hausherren zuvor die Nachschuss-Chancen liegen, die sich aus ihrem vorbildlichen Zug zum Tor und der Arbeit im Slot ergeben hatten.
Dass erwähnter White dann Sekunden vor der Pausensirene allein gegen Kuhn nur den Pfosten traf, machte das Glück der Grizzlys trotzdem erst einmal perfekt.
Mit frischem Mut ging es in die letzten zwanzig Minuten der Begegnung - und viel Mut und Hingabe sollten erforderlich sein, um diesen Vorsprung gegen starke Gäste über die Runden zu bringen.
Augsburg schmiss jetzt noch einmal alles in die Waagschale, versuchte in Überzahl zum Ausgleich zu kommen (42.), war bei 4 gegen 4 das klar dominierende Team (wie auch beim Tor zum 1:1) und schaffte es aber nicht, noch einmal das Spielgerät am bestens aufgelegten Kuhn vorbeizubringen. Eine Entwicklung, die nach acht Spielminuten und dem bisherigen Muster der meisten Grizzlyspiele noch fast undenkbar schien.
Eine Überzahl für Wolfsburg brachte dann schließlich die Entscheidung in dieser Klasse-Partie. Zwar gelang es dem EHC nicht, endlich einmal wieder in Überzahl zu scoren, doch kaum war die Strafe abgelaufen, ließ Neuzugang Welsh es erneut in Roys Gehäuse klingeln (50.).
Für die Fans etwas weniger stressig, aber immer noch spannend genug ging die Partie in ihre intensive Schlussphase. Doch Augsburgs Bemühungen sollten auch mit sechs Feldspielern nicht mehr von Erfolg gekrönt sein - Jerry Kuhn und ein wenig Pech im Abschluss sollten den Zwei-Tore-Vorsprung für Wolfsburg bis ins Ziel bringen.
Ein eigentlich grauer Wochentag hatte sich tatsächlich als bunte Abwechslung entpuppt.
Mehr davon!


Tor
Nachdem Kuhn sich das 1:2 mit dem Blocker selbst eingeschenkt hatte, musste man schon mit dem Schlimmsten rechnen. Doch was der Wolfsburger Goalie ansonsten in die Waagschale warf, rettete den Grizzlys am Ende tatsächlich den Sieg! Genie und Wahnsinn wohnen wie dereinst bei Jeff Likens beim Wolfsburger Keeper Tür an Tür...

Verteidigung
Das Thema Jeff Likens hat sich in dieser so enttäuschenden Saison schwer gewandelt. Nur selten erwischt man den einstigen Bruder Leichtfuß noch beim Pass quer durch den eigenen Torraum oder beim misslungenen Move an der blauen Linie. Der Routinier trägt der prekären Situation der Grizzlys absolut Rechnung und ist neben Steven Raabe mein bisheriges Saison-Highlight in der Defensivabteilung. Unglaublich.
Wirklich irre sind in diesem Bereich die +/- Statistiken der beiden "Dauer-Wackler" Wrenn und Bergman: Sie haben mit Abstand die besten Werte, obwohl beide immer wieder mit schlechtem Stellungsspiel oder langsamen Reaktionen (Wrenn) einem den Schweiß auf die Stirn treiben. Da Wrenn auch offensiv nichts zu bieten hat, dürfte es für ihn ein ganz harter Kampf um einen Anschlussvertrag (egal, wo) werden. Lässt sich beim 1:1 hinterlaufen und eröffnet somit die 2 auf 1 Situation.
Armin Wurm mittlerweile wieder der gewohnt solide Abräumer - zu Recht mit dem längsten gültigen Vertrag ausgestattet. Dehner ebenso verbessert, momentan wieder unauffälliger - was defensiv nicht unbedingt schlecht ist.
Björn Krupp zeigt weiter aufsteigende Form und stimmt sich hoffentlich schon mal auf die veränderte Konkurrenzsituation in Mannheim ein. Wäre gut für uns. Ist wohl nur durch einen teuren Kontingentspieler zu ersetzen.


Sturm
Klarer Gewinner dieses Spieltags sind hier Karachun und Aubin, wobei Kara zu jedem Zeitpunkt herausstach. Beides Stürmer, die um ihre Zukunft bei den Grizzlys kämpfen und nun den nächsten Schritt (Kara) machen bzw. den Turn-around (Aubin) schaffen müssen. Das Spiel der Grizzlys litt bisher nicht nur unter zahlreichen Ausfällen, sondern auch unter dem fehlenden Anschluss von Aubin nach dem Weggang von Voakes. Sollte sich mit Latta eine funktionierende Reihe bilden, wäre das ein Riesenschritt fürs Team und vermutlich für beide die Eintrittskarte ins Team 19/20. Denn obwohl Aubin noch über ein Jahr Vertrag verfügt, dürften die Aussagen unseres Managers bezüglich möglicher Vertragsauflösungen im Groben ihm gegolten haben. Furchi könnte nächste Saison innerhalb seines Vertrags dann wohl eher auf einen Posten in der Organisation wechseln - wie wäre es als inoffizieller Co-Trainer und Fitnesscoach ;-)
Seine Reihe mit Cassels und Pohl gestern mit Abstand die schwächste, was nicht nur an der mangelnden Einbindung von Pohl lag.
Cassels zeigt weiterhin gute Ansätze, muss aber an seinen Laufwegen arbeiten - defensiv noch immer ein Manko. Könnte aber zur neuen Saison ein weiteres Jahr zur Eingewöhnung bekommen.
Jaspers harmoniert weiterhin gut mit Sparre, der mit überragendem Einsatz und schier wahnsinniger Laufleistung ein klarer Halte-Kandidat ist. Jaspers kann ihm da leider nicht mal ansatzweise folgen, so dass es nun auf Möchel oder einen anderen Nebenmann ankommt, der ähnlich hohes Tempo gehen kann und als Anspielstation dient.
Welsh macht bisher einen sehr guten Eindruck, bringt viel Power mit und versprüht damit den so dringend benötigten Optimismus. Könnte ebenfalls ein Kandidat für die nächste Saison werden.
Insgesamt wäre eine Fortsetzung der an diesem Abend gesehenen Entwicklungen ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk. mb

EHC - Iserlohn Roosters 1:3

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Bonjour tristesse

Die Heimspiele der Grizzlys geraten mittlerweile mehr und mehr zu einer Pflichtveranstaltung für alle Beteiligten, die kaum noch Freude aufkommen lassen will.
Zu bieder und unkoordiniert agiert Wolfsburgs immer wieder neu zusammengewürfelte Truppe, zu hoffnungslos entwickelt sich das Streben nach der elften Play-off Teilnahme in Folge.
Dabei hatte der erste Spielabschnitt gegen die Gäste aus Iserlohn durchaus noch Raum für milden Optimismus gelassen, da Wolfsburg aus einer stabilen Defensive immer wieder auch vor dem Roosters-Tor für Gefahr sorgen konnte. Doch die ganz großen Chancen sollten sich nicht auftun - im Gegenteil: Bei eigener Überzahl hatte es fast per Konter im Kasten der eigentlich überlegenen Hausherren geklingelt (15.)! Ein Vorbote kommender "Genüsse".
Während Wolfsburg im ersten Abschnitt zumindest so etwas wie Torgefahr simuliert hatte (Neuzugang Pohl mit der einzigen klaren Einschussgelegenheit), so blieb es im Mitteldrittel bei einem Lattenkracher durch Jason Jaspers. Ansonsten dominierten die Gäste das wenig spektakuläre Geschehen auf dem Eis, während die Grizzlys offensiv nur alle fünf Minuten stattfanden. Wie zuletzt gegen Krefeld entwickelte sich nun ein Spiel zum Abgewöhnen. Die Wolfsburger Fans stellten, mit den rund 80 Iserlohner Fans sowieso überfordert, den Support weitgehend ein, das Trauerspiel durfte ungehindert in Richtung Finale schlingern.
Als den Roosters dann auch noch die Führung durch Weidner (34.) gelang, wurden die Gesichter noch länger...
Im Powerplay bedurfte es bezeichnenderweise eines Ausrutschers von Wolfsburgs Neuzugang Welsh, damit der Passweg zum Torschützen komplett frei und überhaupt ein Treffer in dieser mäßigen Partie möglich wurde.
Das Spiel und die Wolfsburger Angriffsbemühungen stolperten fortan weiter gen Schlusspfiff und tatsächlich: Es gab Grund zur Freude für die über 2300 Schmerzbefreiten in der Eisarena!
Mit einem doppelten Doppelpass setzten Bergman und Welsh das einzig erfreuliche Ausrufezeichen in dieser eher traurigen Partie. Mit viel Glück war der Puck im zweiten Zusammenspiel Welsh vor die Füße gesprungen (42.), was sich der Wolfsburger Stürmer nicht entgehen ließ und so den viel umjubelten Ausgleich erzielen konnte.
Am Wolfsburger Rumpeleishockey mit abgebrochenen Angriffen, Schüssen in die Schlittschuhe und viel Dump and Chase änderte das leider nichts...
Nach dem Prinzip "Schlimmer geht immer" nutzten die Grizzlys schließlich ein eigenes Powerplay, um die Partie zu entscheiden - allerdings zugunsten des Gegners.
Erneut Welsh leitete mit einem Annahmefehler den folgenden Konter der Gäste ein (51.), Friedrich schloss per Alleingang zum Shorthander ab.
Der Versuch einer Schlussoffensive prallte einerseits am Iserlohner Abwehrbollwerk ab, scheiterte anderseits an den angesprochenen Abstimmungsproblemen im Wolfsburger Aufbau- und Zusammenspiel.
Zu guter Letzt gelang den Gästen auch noch der Schuss ins leere Tor (59.). Caporusso setzte somit den Schlusspunkt unter diese erneut enttäuschende Begegnung.

Tor
Die positivste Nachricht der letzten Wochen. David Leggio scheint langsam zu alten Formhöhen zurück zu finden. Zum ersten Mal in dieser Saison stellt die Nachverpflichtung im Kasten der Grizzlys über mehrere Spiele nacheinander eine echte Hilfe dar - leider kann sein Team nur selten damit etwas anfangen. Klasse Reflexe und Beinarbeit halten Wolfsburg zumindest etwas länger im Bereich von etwas Zählbarem.

Verteidigung
Die Verteidigung ist nicht Wolfsburgs Problem. Weder von den Ausfällen, noch von der Leistung der Einzelakteure. Natürlich: Ein wenig mehr Qualität im Aufbauspiel jenseits von Jeremy Dehner wäre wünschenswert, doch insgesamt haben sich alle von ihren anfänglichen Leistungsschwankungen erholt.
Wade Bergman leistet offensiv mehr als erwartet, dafür ist er defensiv halt ein wenig schwächer als gewünscht. Gleiches gilt übrigens auch für Dehner. Wurm, Likens und Wrenn mit sehr solider Abwehrarbeit, Steven Raabe schlägt sich weiter erstaunlich gut.
Einzig Björn Krupp hat immer noch Mitschwimm-Phasen, in denen er nicht einmal annähernd die Autorität der letzten Saison ausstrahlt.

Sturm
Das haarsträubende Zusammenspiel der Grizzlys verhindert fast jegliche Beurteilung der Einzelakteure. Lediglich Daniel Sparre scheint nichts die Laune und den Elan vermiesen zu können. Zum wiederholten Male mit Abstand bester Akteur auf Wolfsburger Seite. Seine sonst recht gut funktionierende Reihe mit Jason Jaspers litt dieses Mal allerdings deutlich unter Ohmanns schwachem Auftritt. Im Zweikampf komplett abgemeldet erwischte das Wolfsburger Kampfschwein leider einen ganz schlechten Tag.
Ansonsten nicht viel Neues. Aubin und Furchner weiter ein Schatten vergangener Tage, Pohl offenbar kein Effizienz-Monster.
Jeremy Welsh steht als Neuzugang stellvertretend für den bisherigen Saisonverlauf: Guten Ansätzen im ersten Spiel und einem Tor im zweiten, stehen zwei Fehler/Missgeschicke, die zur Niederlage führen gegenüber.
Im Guten findet sich immer noch etwas Schlechteres - es nervt! mb

EHC - Adler Mannheim 4:3 n.V.

  • Geschrieben von Martin
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Vorweihnachtliche Freuden

Es war ein doch eher reservierter Empfang, den das Wolfsburger Publikum seinem ehemaligen Erfolgstrainer, aber auch dem eigenen Team bereitete. Zu sehr hatten die vergangenen Wochen an der Moral der Fans gezehrt, zu sehr hatte auch die Einstellung - sonst ein Merkmal der Grizzlys - in den letzten beiden Partien zu wünschen übrig gelassen.
So gestaltete sich der erste Spielabschnitt auch irgendwie seltsam gehemmt. Beide Teams, jeweils um 8 bzw. 7 Stammspieler reduziert, traten recht kontrolliert und ohne die letzte Durchschlagskraft auf. Im Falle der Gastgeber durchaus eine Verbesserung, im Falle der Adler doch etwas überraschend, da wenig zwingend.
Trotz des leichten spielerischen Übergewichts der Adler waren es zunächst die Grizzlys, die den ersten "Hundertprozenter" verbuchen und leider auch vergeben konnten. Dennis Endras im Tor der Gäste, der einen absoluten Sahnetag erwischte, parierte (7.) erst gegen den frei zum Abschluss kommenden Furchner, um dann per Hechtsprung auch noch den Rebound durch den aufgerückten Likens abzuwehren.
Fast im Anschluss wanderte allerdings mit Furchner einer der Hauptbeteiligten dieser Szene auf die Strafbank - keine gute Idee gegen das beste Powerplay der Liga.
Das 0:1 durch Desjardins lies dann auch nicht lange auf sich warten, so dass dem ohnehin sehr zurückhaltenden Publikum wohl Übles schwante. Doch da sollten sich die Pessimisten (oder Realisten?) unter den Grizzlyfans täuschen! Wolfsburg blieb stabil, hielt gut mit und konnte sogar eine zweite Unterzahl, fast im direkten Anschluss, schadlos überstehen. Vorangegangen war ein Hip-Check durch Jeff Likens, der vermutlich dramatisch schief gegangen war: Statt am Oberschenkel soll der Wolfsburger Verteidiger seinen Kontrahenten Plachta am Knie oder darunter erwischt haben (Clipping), worauf dieser mit einer Beinverletzung das Eis verlassen musste.
Kaum war die besagte Unterzahl überstanden, da kehrten die Grizzlys durch einen unhaltbar abgefälschten Raabe-Schuss (15.) auch auf dem Scoreboard voll in die Partie zurück. Kapitän Furchner hatte dem Schuss des Wolfsburger Eigengewächs' die entscheidende Richtungsänderung verpasst - die überschwänglichen Gratulationen gingen trotzdem eher an Raabe, als an den Torschützen.
Mit etwas Glück und nicht ganz unverdient ging es mit 1:1 in die erste Pause dieser unerwartet knappen Begegnung.
In der Unterbrechung hatte es wohl deutliche Worte in der Adler-Kabine gegeben, denn die zuvor leichte Überlegenheit der Gäste sollte sich in eine wesentlich klarere verwandeln. Nachdem die Gastgeber, auch dank einer frühen Strafe gegen Mannheim (23.) noch etwas mitspielen durften, war spätestens nach Ablauf dieses Powerplays nur noch der Gast am Drücker.
Mit viel Einsatz und Geschick, aber auch etwas Glück gelang es den Grizzlys trotzdem das Spiel offen zu halten. Nach Kolariks Treffer (29.) zum 1:2 mussten die Gastgeber noch ganze sechs Minuten Unterzahl bis zur nächsten Pause überstehen und lösten diese Aufgabe vorbildlich. Bei eigener Überzahl (35.) verbuchten sie dabei sogar eine weitere Riesenchancen, doch fast ähnlich spektakulär wie im ersten Spielabschnitt rettete Dennis Endras, dieses Mal gegen Aubin, als er blitzschnell die Seiten in seinem Gehäuse wechselte und den One-Timer rechtzeitig entschärfen konnte.
Die weiterhin überraschend enge Partie ging also mit einer verdienten, aber eben denkbar knappen Führung für die Gäste in die zweite Unterbrechung.
Wieder gehörte der Auftakt eines Drittels den Grizzlys, wieder sollten die sich ergebenden Hochkaräter (Pfostenknaller durch Bergman) nicht zu Zählbarem führen...und wieder übernahmen die Gäste das weitere Geschehen auf dem Eis. Doch ein ums andere Mal scheiterten die Adler am Wolfsburger Mann zwischen den Pfosten: David Leggio hatte erneut den Vorzug vor dem in Nürnberg zuletzt derangiert wirkenden Kuhn erhalten und machte seine Sache mehr als ordentlich.
Als Wolfsburgs Cassels dann bei einem schnellen Konter nur noch regelwidrig gestoppt werden konnte (51.), witterte Wolfsburgs Team samt Fans noch einmal Morgenluft. Und tatsächlich: Cassels gelang es im folgenden Penalty den bis dahin unüberwindlich scheinenden Endras mit einem schönen Diagonalschuss zum 2:2 zu überwinden. Die Halle erwachte jetzt endgültig zum Leben, die Grizzlys schienen nun richtig in Schwung zu kommen! Doch schon zwei Minuten später sollte eine fragwürdige Entscheidung gegen Wolfsburgs Möchel wegen Beinstellens den aufkommenden Elan der Gastgeber jäh zum Erliegen bringen. Da die Flugeinlage seines Mannheimer Gegenspielers ungeahndet blieb, ging es für Möchel folglich allein auf die Strafbank. Die Grizzlys kämpften zwar tapfer die zwei Minuten von der Uhr, kassierten aber 16 Sekunden nach Ablauf der Strafe (56.) trotzdem das 2:3 durch Mannheims Möser (der heißt wirklich so). Wolfsburg musste sich sichtbar schütteln, um diesen Tiefschlag noch einmal zu verdauen und doch: Sie kamen noch einmal zurück! Kaum war Leggio per spektakulärem Hechtsprung hinter der Bande der Spielerbank verschwunden, schon klingelte es hinter seinem Gegenüber (59.). Der klassische Versuch, mit einem sechsten Feldspieler die Begegnung zu drehen, war erfolgreich gewesen. Aubin hatte per No-Look-Pass seinen Mitspieler vor dem Tor gefunden, Machacek schickte die Halle mit seinem Treffer dann in die erste Stufe der Glückseligkeit. Kaum hatten die Grizzlys den durchaus glücklichen Punkt über die Zeit gerettet, da setzte mit Daniel Sparre ausgerechnet ein Ex-Adler das finale Ausrufezeichen. Ein vergleichsweise rasant vorgetragenen Spielzug der Grizzlys reichte, um die Verlängerung nach gerade einmal 38 Sekunden auch gleich wieder zu beenden. Sparres Knaller zündete in einer gigantischen Explosion die zweite Stufe der Feierlichkeiten dieser zu Beginn reichlich frostigen Partie.
Bleibt zu hoffen, dass das Team aus der Gaudi nach Abpfiff endlich wieder einen Teil des nötigen Selbstbewusstseins und der nötigen Zuversicht gewinnen kann, um diese bescheidene Saison für alle Beteiligten noch in etwas Erträgliches zu verwandeln. Indes die Hoffnung erst einmal eine sehr vage bleibt - denn der nächste Gegner heißt dann auch gleich mal Red Bull!

Teamcheck

Tor
Leggio endlich mit einer stabilen, streckenweise sogar starken Leistung. Unabdingbar, wenn man irgendwie noch den Weg aus dem Keller finden will. Mit Konstanz sind wir in diesem Mannschaftsteil ja bisher nicht gerade gesegnet...da machte sein Kollege Kuhn zuletzt leider auch keine Ausnahme.
Nun gilt es auch auswärts mal eine Bombenpartie hinzulegen und dem Team die Chance auf weitere Überraschungen zu geben.

Verteidigung
Nach der mädchenhaften Vorstellung in Augsburg präsentierten sich Krupp und Bergman tatsächlich nicht nur verbessert, sondern gleich richtig gut. Zweikampfhärte und Nähe zum Gegner stimmten jedenfalls wieder einigermaßen und Bergmans Vorarbeit zum entscheidenden Treffer (Puckrettung und scharfer Pass) war gleich mal eine Aktion aller erster Kajüte!
Steven Raabe ist mit seinem Assist natürlich über jeden Zweifel erhaben ;)
Trotzdem freue ich mich, wenn Wrenn zügig zurückkehrt und das Wolfsburger Nachwuchstalent wieder im Sturm zum Einsatz kommt. Von den physischen Voraussetzungen sehe ich ihn dort in den kommenden Jahren schneller den Anschluss finden.

Sturm
Ordentliches Backchecking steht hier auf der Haben-Seite, die Passgenauigkeit befindet sich hingegen weiter tief im Soll. So oft, wie sich da gegenseitig der Puck in die Schlittschuhe geschossen wird, stolpert noch mal einer drüber...und verletzt sich natürlich.
Gegen die erschöpft wirkenden Adler reichten eine Handvoll präzise vorgetragener Angriffe, um trotzdem eine beachtliche Menge an hochkarätigen Chancen heraus zu spielen. Wäre Endras nicht in Top-Form gewesen, so wären vermutlich sogar drei Punkte in Wolfsburg geblieben, was das Spiel noch einen Tick absurder gemacht hätte.
Wirklich herausstechen konnten aus dem gewissenhaft arbeitenden Kollektiv lediglich Sparre und Cassels, die mittlerweile konstant gute Leistungen abrufen. Ansonsten kann ich, bei aller Freude über den Sieg, hier keine wirklichen Fortschritte erkennen.
Da München offenbar ähnlich wie Mannheim momentan wenig konstant abliefert, hoffe ich auf weitere Motivations-Spritzen für unser arg gebeuteltes Team (Elkins, Albert, Ohmann, Foucault, Höhenleitner, Weiß und Latta fallen weiter aus). Auch wenn diese Hoffnung ein wenig vermessen erscheinen mag. mb

EHC - Schwenninger Wild Wings 1:2 n.P.

  • Geschrieben von Martin
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Eishockey zum Abgewöhnen

Man sollte in diesen Tagen nicht zu kritisch mit dem Wolfsburger Eishockey ins Gericht gehen und doch muss man den Fakten ins Auge blicken: Was da am Freitagabend gegen den Tabellenletzten aus Schwenningen als Eishockeyspiel verkauft wurde, grenzte an Körperverletzung am Sehnerv.
Erneut ohne vier etatmäßige Center angetreten, gelang es den Gastgebern dabei zu keinem Zeitpunkt die Defensivkünstler aus dem Schwarzwald in Bedrängnis zu bringen. Im Gegenteil: Wenn in dieser extrem chancen- und niveauarmen Partie überhaupt ein Team so etwas wie Druckphasen entwickelte, dann war es meist der SERC und nur im Mittelabschnitt einmal der Gastgeber.
Ansonsten quälte sich die Begegnung, die von wenig Tempo, zugestellten Räumen und Fehlpässen gekennzeichnet war, über die Runden...bis zum wenig erfreulichen Ende nach Verlängerung und Penaltyschießen.
In Spielabschnitt Nr. 1 gelang den Gastgebern dabei so gut wie kein einziger vorzeigbarer Spielzug, während die Schwäne ihre wenig rasanten Konter zumindest hin und wieder mit einem unbedrängten Abschluss aus der Distanz krönen konnten. Grizzlygoalie Kuhn, der nach Leggios desaströsem Auftritt in Iserlohn wohl bis auf weiteres gesetzt sein dürfte, behielt in diesen Phasen stets die Übersicht und fischte alle Versuche der Gäste souverän ab.
Etwas erbaulicher gestaltete sich dann der Mittelabschnitt, auch wenn zunächst das Tabellenschlusslicht Grund zum Jubeln hatte. Einen der wenigen gelungenen Spielzüge dieses Spiels hatte István Bartalis (25.) zur verdienten Führung der Gäste in die Maschen gehämmert - Wolfsburgs Defensivformation hatte einmal wieder zu tief gestanden und den kompletten Rückraum für den Schützen freigegeben.
Das - aus Grizzlysicht - eigentlich unerfreuliche Ereignis tat dem Spiel jedoch kurzfristig gut. So intensivierte Wolfsburg seine Bemühungen und kam auch schon zwei Minuten durch den wiedergenesenen Höhenleitner zum Ausgleich. Bezeichnenderweise hatte ein Spieler der Schwäne den Pass des Wolfsburgers ins eigene Gehäuse gelenkt - anders wäre der gut aufgelegte Strahlmeier im Kasten der Gäste wohl auch nicht zu überwinden gewesen.
Ein folgendes Powerplay der Grizzlys vermittelte tatsächlich den Eindruck, dass diese Begegnung nun auf dem Weg zu echtem Unterhaltungswert wäre. Dank fehlendem Treffer der Hausherren fingen sich die Gäste allerdings schnell wieder und das Spiel kehrte zu der unansehnlichen Stocherorgie, die es zuvor gewesen war, zurück.
Es folgte ein Schlussdrittel, das eigentlich keinerlei Berichterstattung würdig ist. Lediglich ein Schwenninger Pfostenschuss und Fausers Gelegenheit wenige Sekunden vor der Sirene weckten die vor sich hin dämmernden 2250 Fans der Grizzlys.
Während der folgenden Overtime schafften es die Kontrahenten dann tatsächlich, trotz weiterhin haarsträubender Fehlerquote auf beiden Seiten, die sich ergebenden Gelegenheiten nicht zu nutzen.
Selbst im Penaltyschießen schaffte es mit Korhonen gerade einmal ein Teilnehmer so etwas wie einen überzeugenden Move vor dem Tor abzuliefern, der dann auch gleich mit dem Game-Winning-Goal belohnt wurde. Über die Versuche der Wolfsburger Schützen (Machacek, Sparre und Cassels) decken wir einfach mal den Mantel des Schweigens.
Endlich durften die tapferen Zuschauer den Weg in die heimischen vier Wände antreten.

Teamcheck

Tor
Jerry Kuhn mit einer absolut stabilen Vorstellung gegen einen wenig fordernden Gegner.
Die drei Punkte aus Iserlohn hätte Wolfsburgs Nr.1 wohl mit Leichtigkeit sichern können. Warum sich Kossmann den Luxus gönnte, einen völlig wirren Leggio nach dem ersten Drittel im Kasten zu lassen - keine Ahnung! Somit gab er der offenkundigen Nr.2 der Grizzlys reichlich Zeit, sich selbst zu demontieren. Einzige echte Fehlentscheidung des bisher überzeugenden Neutrainers.

Verteidigung
Dehner mit einigen seltsamen Puckverlusten ohne gegnerische Einwirkung, Wurm hin und wieder zu verträumt im eigenen Slot. Ansonsten eine solide Vorstellung gegen einen extrem bieder und einfallslos auftretenden Gast. Mehr Mut im Aufbau bzw. der eine oder andere Alleingang von Krupp und Co. fehlte an diesem Abend völlig. Nach dem vogelwilden Auftritt in Iserlohn allerdings keine Überraschung, aber leider äußerst kontraproduktiv.

Sturm
Wenn es vor Wolfsburgs Gehäuse gefährlich wurde, dann meist, weil das Wolfsburger Backchecking den eigenen Rückraum vergessen und bis vors Tor durchgefahren war.
Wenn es vor dem Schwenninger Tor gefährlich wurde, dann...tja, dann hatte das wenig mit gelungenen Spielzügen der Wolfsburger Angriffsreihen zu tun.
Im Prinzip wirkte es so, als ob Wolfsburg mit einer 2.Reihe und drei 4.Reihen agieren würde, wobei Eigengewächs Raabe erneut einige Minuten Eiszeit bekam.
Die einzige ansatzweise gefährlich wirkende Reihe bildete - Überraschung! - die Formation um den Rückkehrer Höhenleitner, der mit Cassels und Sparre wenigstens ein wenig Aufregung in diesen tristen Abend bringen konnte.
Stichwort Rückkehrer: Außer Jason Jaspers und Niklas Latta scheint kein weiterer Akteur in Reichweite eines Comebacks zu sein. Im Gegenteil: Elkins wird in dieser Saison nicht mehr für Wolfsburg auflaufen und Foucault ist zu weiteren Untersuchungen in die USA aufgebrochen. Mit Marcel Ohmann gesellte sich nach der Partie sogar ein weiterer Spieler zu den zahlreichen Ausfällen der Grizzlys. Es ist zum Verrücktwerden.

Fazit: Die Fans der Grizzlys müssen wohl weiter standhaft bleiben und versuchen, die limitieren Möglichkeiten ihres Teams zu akzeptieren. Spiele wie dieses tragen natürlich nicht unbedingt dazu bei, die Ruhe zu bewahren. Der eine oder andere kann sich zudem sicherlich Schöneres vorstellen, als seine Freizeit so zu verbringen. Nach all den guten Jahren ist es wohl an der Zeit, der Organisation und den Verantwortlichen einfach etwas Kredit zu geben und die Entwicklung der nächsten Monate mitzutragen. Vielleicht hält das neue Jahr sogar die eine oder andere (positive) Überraschung für uns bereit, die man sich jetzt noch gar nicht vorstellen kann. Die Play-offs sehe ich allerdings als kaum zu erreichendes Ziel. Bitter, wenn man bedenkt, dass die Saison nicht einmal zur Hälfte vorbei ist. mb